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Sucre
Entry 7 of 21 | show all | print this entry |
Die gleichmaessigen Trommelschlaege klingen aus den Lautsprechern. Frauen singen schoene Dinge in einer Sprache, die ich nicht verstehe. Klavier und Saxophon verraten mir, dass Europaeer oder Amerikaner ihre Haende mit im Spiel hatten.
Draussen rauschen die Maerkte, Menschen und Autos an mir vorbei. Ich bin mir dessen bewusst, dass ich mich in einer Stadt befinde. Aber meine Augen ignorieren den Fakt, dass sie Haeuser sehen.
Ich erinnere mich daran, dass weiter im Zentrum alle Haeuser weiss angestrichen sind. Hier draussen merke ich nichts mehr von Glamour und Schoenheit der Universitaetsstadt. Nur wenige Maedchen laufen in hautenger Kleidung und modischen Sonnenbrillen durch die Strassen und Gassen.
Dies ist das Viertel der Indigenios. Hier, vor den Toren der Stadt, ist das wahre Bolivien.
Im Fenster sind die Wolken ueber der Stadt und der Himmel arrangiert wie in einem Meisterwerk von Casper David Friedrich. Dann faehrt der Bus weiter und die Malerei verwandelt sich in einen Film. Voll von schoener und grausamer Realitaet.
Kinder spielen auf der Strasse, zwischen Obststaenden, Muell und allen moeglichen Dingen. Frauen sitzen auf Bergen von Kartoffeln, Bananan und Orangen. Ueberall hupen Autos, verlassen und betreten Menschen Fahrzeuge und Gebaeude.
Ich bin muede von den Ereignissen der Stadt. Und vom Erlernen der Sprache. Ich fuehle mich wie in einer Stadt, hier in Sucre. Es ist eine Stadt in Suedamerika, aber es koennte auch eine Stadt irgendwo anders auf der Welt sein. Dieses Gefuehl waere das gleiche. Immer wuerde ich im Hinterkopf haben, was fuer eine Bevorzugung ich doch erfahre, lediglich weil ich in einem anderen Teil der Welt geboren bin.
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