Fjordland, Hump Ridge Track, Dunedin
Trip Start
Feb 21, 2003
1
3
10
Trip End
Nov 21, 2003
Fjordland
After my last letter to you I have seen pretty much everything south of a line from Milford to Dunedin. Dunedin is a nice university town which prides itself of having the steepest street in the world, Baldwin Street, which is, like many New Zealand claims to fame, complete bollocks. It's got a reasonable café, pub and club scene. On the Otago Peninsula right out of Dunedin is a penguin colony and apparently the world's most accessible Albatross colony. Of course we had to check that out and it was well worth seeing. These Royal Albatrosses are the largest sea birds in the world and have the widest wing span of all birds. They need harsh winds to get their weight off the ground and, once airborne, glide for hours with hardly a flap of their enormous wings. Absolutely majestic!
I completely lost myself in looking out for NZ's birds on roadsides, in gardens, forests, estuaries and mountains
An experience everyone visiting NZ should make is admiring the majestic Fjordland Sounds. These glacier-carved Fjords have 100s of meters of sheer granite rock on either side with trees clinging to them through an intricate network of intertwined roots. Sometimes you can witness a treefall if severe drought (very rare: world's third highest amount of rainfalls here, on average 10 meters of rain a year. That's 15 times the amount falling on London for those of you that think it's wet there) causes these connections to loosen and one tree to slip taking an avalanche of trees with it into the depth of the several hundred meter deep cold murky waters
It was quite an experience kayaking Doubtful Sound one weekend with Eric, it really reminds you how small and insignificant we are.We had glorious weather and encountered dolphins and seals. Magic! A boat trip through the more touristy, but even sheerer Milford Sound with the view of Mitre Peak is a must as well. The walls reaching over 2000 m height are riddled with waterfalls after a rainfall.
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Ein Einbruch, Stewart Island, Dunedin und Fjordland
Ich muss mich zunaechst fuer meine Schreibfaulheit entschuldigen. Ist
alles etwas schwieriger, wenn man sich Musse nehmen will und die
einzige Stelle zum Schreiben der Arbeitsplatz ist, den man sich
taeglich das Ziel setzt in Rekordzeit zu verlassen
brav persoenliche mails prompt beantwortet und werde das auch weiterhin
tun. Leider wurde vor 3 Monaten in unser Haus eingebrochen und mein
geliebter, gerade mal 6 Monate alter Laptop geklaut, was mich nicht
wenig betruebt hat. Neben Kameras, Handies (vergesst bitte alle meine
deutsche (und britische) Handynummer, sind naemlich beide fott), meiner
Sonnenbrille und meinem Jaegermeister T shirt (Lumpenpack!) haben die
Saecke auch meine ganzen CD backups gemopst, was leider bedeutete, das
alle bis dato gemachten Urlaubsfotos, da digital, weg waren
in der Zwischenzeit zwar von Freunden gerettet, was zu retten war,
jedoch sind so eindrueckliche Momente wie Fiji und viele Szenen aus
Invercargill futsch. Dreck! Das war also der Tiefpunkt meiner Karriere
hier (Neben einer verquasten emotionalen Bindung, aber dazu lieber nix.
Ist nun auch endgueltig ueberstanden.)
Tja, bei letzter Meldung meinerseits vor schaendlichen 4 Monaten war ich gerade von Stewart Island
vom Kiwi-Spotting heimgekehrt. Ich war kuerzlich nochmal drueben und
habe verschiedenerlei seltene Voegel gesichtet, von denen es einige
nirgendwo sonst oder nur noch auf einer anderen kleinen Insel gibt
Cool. Wie ihr seht, bin ich zu einem zart spinnnerten Vogelgucker
mutiert, der sogar zum Joggen Feldstecher und Kamera mitnimmt und
saemtliche gesichtete Arten in seinem Vogelfuehrer abhakt. Beknackt,
aber friedlich. Meine Alternative zum Fischen. Letzteres ist hier unten
ganz ganz gross. Hier gibt's sogar Riesenstandbilder fuer Forellen. Und
mein Chef hier ist der Koenig, wenn er am Wochenende Angeln geht. Das
wird dann bis in's Detail durchdiskutiert beim naechsten
Abteilungstreff.
Ansonsten habe ich in der Zwischenzeit mit
der sehr netten Kollegenschar hier so ziemlich alles gemacht, was es
auf einer Linie zwischen Dunedin und Milford Sound zu tun gibt
natuerlich Schwachsinn, da es allein was Wandern, Reiten, Fahrrad und
Allrad fahren angeht hier in der Natur nahezu unendlich viel zu tun
gibt.
Dunedin ist ganz suess, eine Studentenstadt nach
Edinburgher Vorbild (Dunedin ist der alte gaelische Name fuer
Edinburgh). Natuerlich alles viel kleiner und neuer. In Neuseeland
gibt's Europaeer ja erst seit gut 220 Jahren. Das schoenste an der
Stadt ist die vorgelagerte Halbinsel, wo man riesige Albatrosse nesten
sehen kann (sonst uebrigens nirgendwo in der Welt auch nur halbwegs
erreichbar in Zivilisationsnaehe) und die seltenen Gelbaugen Pinguine herumwatscheln
auch die steilste Strase der Welt zu haben. Das war natuerlich eine
Herausforderung fuer Ray (unser Auto), der in unserem Ansehen gewachsen
ist, nachdem er sich laessig bis nach oben geschaukelt hat.
Fjordland mit seinen langen und tiefen wassergefuellten Schluchten hat mich mehrfach durch die schiere Steilheit seiner Waende verzaubert. Zunaechst bin ich im Mai mit einem Freund 2 Tage lang durch den stillen Doubtful Sound gekajakt, bei schoenstem Strahlewetter und in Begleitung von Delfinen und Seehunden.
Dann bin ich vor einem Monat auf einem Tourischiffchen durch den Milford Sound geschippert mit seinen bis zu 2 km hohen Steilwaenden. Die vom Eis laengst geschmolzener Gletscher gefraesten Fjord-Waende sind so steil, dass es dort keine Erde gibt. Dennoch wachsen an den Haengen Baeume, die nur durch ihr verflochtenes Wurzelwerk gehalten werden
Der Hump Ridge Track
Die Queen hatte Geburtstag und da hat man
hierzulande frei. Wir haben den "Tuatapere Hump Ridge
Track" eine Stunde weg von hier begangen. Wahnsinn.
Waelder noch viel schoener als im "Lord of the Rings"
Alte knarzige Baeume, zum Teil Hunderte von Jahren alt
in einem Wald der zu Dinosaurierzeiten zurueckdatiert.
Alles trotz Winter gruen von all den Farnen und Moosen
und Flechten. Ich natuerlich wieder ordentlich am
Birdwatchen. (Exklusive der 3 Maedels mit denen ich
unterwegs war). Gab wieder allerhand Waldtauben,
Bergpapageien und Singvoegel zu sehen und hoeren und
auf dem Gipfel in 1000 metern Hoehe bizarre schroffe
Felsfomationen ala Weathertop (Wetterspitze, Sie wissen schon, Der Herr der Ringe...)
zauberhaften Sonnenunter- sowie aufgang. Die Huette da
oben war Schweinekalt, da ja im Prinzip Dezemberwetter
hier. Leider gab es keine Feuerstelle, was die Damen
etwas entflammte, hatte ich sie doch wohlwollend mit
nem Kilo Kohle pro Nase ausgestattet, um uns da oben
ordentlich einzuheizen. Am naechsten Tag ging's dann
durch Schmuddelmadder entlang einer alten
Holzfaellerroute ueber den hoechsten noch stehenden
Holzviadukt der suedlichen Hemisphere (32 meter hoch)
zur naechsten Huette, die wir mit einem
Possumfallensteller teilten.
Original stapft seit 18 Jahren mit 2 Hueftprothesen
jeden Tag 25 Kilometer durch die Suetzke um seine 250
Fallen abzuklappern, den gefangenen Possums mit nem
Hammer den Schaedel einzudreschen und ihnen dann fuer
die Hut- und Schalindustrie das Fell auszurupfen und
dann das nackte Aas den Wildschweinen zum Frass zu
ueberlassen. Der kriegt dann Pro possum Fell ungefaehr
6 Mack Wenn man bedenkt, dass die meisten
Hueftgelenksersaetze (ausser den Herren Hinger,
Koechling, Heinzelmann und Doering) im Sessel
vermodern und immer fetter werden, ist dieser Herr
eine bedeutende Bekanntschaft
Muss wohl kaum erwaehnt werden, dass unser Freund in
seiner Huette ausreichend mit Brennholz ausgestattet
war, was leider das Thema Kohle wieder aufs Tablet
brachte, die diesem Herrn dann in aller Einvernehmen
gespendet wurde. Der gute hat sich herrlich schlapp
gelacht und hat vor, die Kohlesaecke einzurahmen. Ich
kann's aber auch keinem recht machen!!!
Dann ging's vorrangig ueber lange Strandpassagen
zurueck zum Auto. Klasse!
Und dann die Sonnenuntergaenge. Solches rot habe ich bisher erst einmal, im Grand Canyon, gesehen.
Lasst Euch gesagt sein, Sonnenauf- und untergaenge, so wie sie hier an der Tagesordnung sind, habe ich in ihrer Pracht selten gesehen
Der neue Job ist ok. Orthopaedie ist interessant, aber
der verdammte Urologe verbockt so viel Mist, dass ich
die Haelfte meiner Zeit damit verbringe, seine
Scheisse glattzubuegeln. Komme also kaum dazu was
interessantes zu machen.
So, genug gesprochen.
After my last letter to you I have seen pretty much everything south of a line from Milford to Dunedin. Dunedin is a nice university town which prides itself of having the steepest street in the world, Baldwin Street, which is, like many New Zealand claims to fame, complete bollocks. It's got a reasonable café, pub and club scene. On the Otago Peninsula right out of Dunedin is a penguin colony and apparently the world's most accessible Albatross colony. Of course we had to check that out and it was well worth seeing. These Royal Albatrosses are the largest sea birds in the world and have the widest wing span of all birds. They need harsh winds to get their weight off the ground and, once airborne, glide for hours with hardly a flap of their enormous wings. Absolutely majestic!
I completely lost myself in looking out for NZ's birds on roadsides, in gardens, forests, estuaries and mountains
Kayaking Doubtful Sound with Eric
. I got myself binoculars and lots of books (thanks again, Nicki!) and got a little nerdy. I've seen most of the birds in the wild now, flightless birds like rare Kiwis and Wekas, Parots like the Kea and the Kaka, owls, black swans, Pukekos, the rare white and other herons, forest birds like the Tui and Bellbird as well as the ultra rare Saddlebacks and Stewart Island Robins on the rat, stoat and possum free bird sanctuary Ulva Island. I'd love to see some bats, the only native mamals in New Zealand. All land-based mamals (apart from pets and farm animals) are a pest and Kiwis accelerate if they see any fur crossing the road, so there's plenty of road kill for the birds of prey. There are many jobs in the possum, deer and ferret control sector as these are real pests causing major damage to the forest and the birdlife, pushing many species into extinction. An experience everyone visiting NZ should make is admiring the majestic Fjordland Sounds. These glacier-carved Fjords have 100s of meters of sheer granite rock on either side with trees clinging to them through an intricate network of intertwined roots. Sometimes you can witness a treefall if severe drought (very rare: world's third highest amount of rainfalls here, on average 10 meters of rain a year. That's 15 times the amount falling on London for those of you that think it's wet there) causes these connections to loosen and one tree to slip taking an avalanche of trees with it into the depth of the several hundred meter deep cold murky waters
Our kayak crew
.It was quite an experience kayaking Doubtful Sound one weekend with Eric, it really reminds you how small and insignificant we are.We had glorious weather and encountered dolphins and seals. Magic! A boat trip through the more touristy, but even sheerer Milford Sound with the view of Mitre Peak is a must as well. The walls reaching over 2000 m height are riddled with waterfalls after a rainfall.
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Ein Einbruch, Stewart Island, Dunedin und Fjordland
Ich muss mich zunaechst fuer meine Schreibfaulheit entschuldigen. Ist
alles etwas schwieriger, wenn man sich Musse nehmen will und die
einzige Stelle zum Schreiben der Arbeitsplatz ist, den man sich
taeglich das Ziel setzt in Rekordzeit zu verlassen
Lone sailboat in Doubtful Sound
. Habe aber immerbrav persoenliche mails prompt beantwortet und werde das auch weiterhin
tun. Leider wurde vor 3 Monaten in unser Haus eingebrochen und mein
geliebter, gerade mal 6 Monate alter Laptop geklaut, was mich nicht
wenig betruebt hat. Neben Kameras, Handies (vergesst bitte alle meine
deutsche (und britische) Handynummer, sind naemlich beide fott), meiner
Sonnenbrille und meinem Jaegermeister T shirt (Lumpenpack!) haben die
Saecke auch meine ganzen CD backups gemopst, was leider bedeutete, das
alle bis dato gemachten Urlaubsfotos, da digital, weg waren
Doubtful Sound
. Wir habenin der Zwischenzeit zwar von Freunden gerettet, was zu retten war,
jedoch sind so eindrueckliche Momente wie Fiji und viele Szenen aus
Invercargill futsch. Dreck! Das war also der Tiefpunkt meiner Karriere
hier (Neben einer verquasten emotionalen Bindung, aber dazu lieber nix.
Ist nun auch endgueltig ueberstanden.)
Tja, bei letzter Meldung meinerseits vor schaendlichen 4 Monaten war ich gerade von Stewart Island
vom Kiwi-Spotting heimgekehrt. Ich war kuerzlich nochmal drueben und
habe verschiedenerlei seltene Voegel gesichtet, von denen es einige
nirgendwo sonst oder nur noch auf einer anderen kleinen Insel gibt
Doubtful Sound
.Cool. Wie ihr seht, bin ich zu einem zart spinnnerten Vogelgucker
mutiert, der sogar zum Joggen Feldstecher und Kamera mitnimmt und
saemtliche gesichtete Arten in seinem Vogelfuehrer abhakt. Beknackt,
aber friedlich. Meine Alternative zum Fischen. Letzteres ist hier unten
ganz ganz gross. Hier gibt's sogar Riesenstandbilder fuer Forellen. Und
mein Chef hier ist der Koenig, wenn er am Wochenende Angeln geht. Das
wird dann bis in's Detail durchdiskutiert beim naechsten
Abteilungstreff.
Ansonsten habe ich in der Zwischenzeit mit
der sehr netten Kollegenschar hier so ziemlich alles gemacht, was es
auf einer Linie zwischen Dunedin und Milford Sound zu tun gibt
Doubtful Sound
. Das istnatuerlich Schwachsinn, da es allein was Wandern, Reiten, Fahrrad und
Allrad fahren angeht hier in der Natur nahezu unendlich viel zu tun
gibt.
Dunedin ist ganz suess, eine Studentenstadt nach
Edinburgher Vorbild (Dunedin ist der alte gaelische Name fuer
Edinburgh). Natuerlich alles viel kleiner und neuer. In Neuseeland
gibt's Europaeer ja erst seit gut 220 Jahren. Das schoenste an der
Stadt ist die vorgelagerte Halbinsel, wo man riesige Albatrosse nesten
sehen kann (sonst uebrigens nirgendwo in der Welt auch nur halbwegs
erreichbar in Zivilisationsnaehe) und die seltenen Gelbaugen Pinguine herumwatscheln
Swimming break in Doubtful Sound
. Dunedin ruehmt sich mit der Baldwin Streetauch die steilste Strase der Welt zu haben. Das war natuerlich eine
Herausforderung fuer Ray (unser Auto), der in unserem Ansehen gewachsen
ist, nachdem er sich laessig bis nach oben geschaukelt hat.
Fjordland mit seinen langen und tiefen wassergefuellten Schluchten hat mich mehrfach durch die schiere Steilheit seiner Waende verzaubert. Zunaechst bin ich im Mai mit einem Freund 2 Tage lang durch den stillen Doubtful Sound gekajakt, bei schoenstem Strahlewetter und in Begleitung von Delfinen und Seehunden.
Dann bin ich vor einem Monat auf einem Tourischiffchen durch den Milford Sound geschippert mit seinen bis zu 2 km hohen Steilwaenden. Die vom Eis laengst geschmolzener Gletscher gefraesten Fjord-Waende sind so steil, dass es dort keine Erde gibt. Dennoch wachsen an den Haengen Baeume, die nur durch ihr verflochtenes Wurzelwerk gehalten werden
Swimming Break in Doubtful Sound
. Gibt es eine Trockenperiode wird das Wurzelwerk muerbe und es gibt Baumrutsche. Das heisst, ein Baum reisst alle keilfoermig unter ihm wachsenden Baeume mit sich in die Tiefe und alle versinken auf Nimmerwiedersehen auf dem Fjordboden in 400 m Tiefe. Dann dauert's zich Jahre, bis sich die Baumnarbe wieder schliesst. Die wahre Pracht dieser Fjorde kommt erst bei Regenguessen zum Vorschein, wenn ueberall zahllose Wasserfaelle auftauchen und sich ueber hunderte Meter in den Fjord ergiessen. Es gibt genuegend Gelegenheit, dieses Schauspiel zu bestaunen, fallen hier doch im Jahr 9 Meter Regen ( in London sind's 90 cm). Gibt nur zwei Gegenden auf der Welt (in Nordindien und irgendein Berg auf Tahiti) wo's mehr regnet. Hier mosert aber bestimmt keiner ueber den Regen.Der Hump Ridge Track
Die Queen hatte Geburtstag und da hat man
hierzulande frei. Wir haben den "Tuatapere Hump Ridge
Track" eine Stunde weg von hier begangen. Wahnsinn.
Waelder noch viel schoener als im "Lord of the Rings"
Dunedin
. Alte knarzige Baeume, zum Teil Hunderte von Jahren alt
in einem Wald der zu Dinosaurierzeiten zurueckdatiert.
Alles trotz Winter gruen von all den Farnen und Moosen
und Flechten. Ich natuerlich wieder ordentlich am
Birdwatchen. (Exklusive der 3 Maedels mit denen ich
unterwegs war). Gab wieder allerhand Waldtauben,
Bergpapageien und Singvoegel zu sehen und hoeren und
auf dem Gipfel in 1000 metern Hoehe bizarre schroffe
Felsfomationen ala Weathertop (Wetterspitze, Sie wissen schon, Der Herr der Ringe...)
Baldwin Street, Dunedin
. Ein hervorragender Hintergrund fuer den zauberhaften Sonnenunter- sowie aufgang. Die Huette da
oben war Schweinekalt, da ja im Prinzip Dezemberwetter
hier. Leider gab es keine Feuerstelle, was die Damen
etwas entflammte, hatte ich sie doch wohlwollend mit
nem Kilo Kohle pro Nase ausgestattet, um uns da oben
ordentlich einzuheizen. Am naechsten Tag ging's dann
durch Schmuddelmadder entlang einer alten
Holzfaellerroute ueber den hoechsten noch stehenden
Holzviadukt der suedlichen Hemisphere (32 meter hoch)
zur naechsten Huette, die wir mit einem
Possumfallensteller teilten.
Ray (the car) got us up Baldwin Street
Dieses 66jaehrige Original stapft seit 18 Jahren mit 2 Hueftprothesen
jeden Tag 25 Kilometer durch die Suetzke um seine 250
Fallen abzuklappern, den gefangenen Possums mit nem
Hammer den Schaedel einzudreschen und ihnen dann fuer
die Hut- und Schalindustrie das Fell auszurupfen und
dann das nackte Aas den Wildschweinen zum Frass zu
ueberlassen. Der kriegt dann Pro possum Fell ungefaehr
6 Mack Wenn man bedenkt, dass die meisten
Hueftgelenksersaetze (ausser den Herren Hinger,
Koechling, Heinzelmann und Doering) im Sessel
vermodern und immer fetter werden, ist dieser Herr
eine bedeutende Bekanntschaft
Lake Te Anau
. Muss wohl kaum erwaehnt werden, dass unser Freund in
seiner Huette ausreichend mit Brennholz ausgestattet
war, was leider das Thema Kohle wieder aufs Tablet
brachte, die diesem Herrn dann in aller Einvernehmen
gespendet wurde. Der gute hat sich herrlich schlapp
gelacht und hat vor, die Kohlesaecke einzurahmen. Ich
kann's aber auch keinem recht machen!!!
Dann ging's vorrangig ueber lange Strandpassagen
zurueck zum Auto. Klasse!
Und dann die Sonnenuntergaenge. Solches rot habe ich bisher erst einmal, im Grand Canyon, gesehen.
Lasst Euch gesagt sein, Sonnenauf- und untergaenge, so wie sie hier an der Tagesordnung sind, habe ich in ihrer Pracht selten gesehen
Paradise Shellducks
. Hier ist es fast selbstverstaendlich jeden zweiten Morgen im Lichte eines wahren Feuerzaubers zur Arbeit zu gehen. Ich komme oefters zu spaet zur Arbeit, weil ich nochmal schnell auf's Dach meines Hauses klettern musste, um ein Photo zu machen. Das liegt womoeglich daran, das hier westlich von uns tausende Meilen weit keinerlei Landmasse mehr ist (und irgendwann kommt Chile und Argentinien). Selbst auf Fiji waren die Lichtspektakel nicht so aufregend. Da hat's allerdings die meiste Zeit gepisst, als ich da war. Der neue Job ist ok. Orthopaedie ist interessant, aber
der verdammte Urologe verbockt so viel Mist, dass ich
die Haelfte meiner Zeit damit verbringe, seine
Scheisse glattzubuegeln. Komme also kaum dazu was
interessantes zu machen.
So, genug gesprochen.

