|
  | |  |
Last Day in Bhutan
Entry 8 of 194 | show all | print this entry |
|
Hallo zusammen,
heute war mein letzter Tag in Bhutan, morgen frueh geht es zurueck nach Indien, diesmal ueberland, ich sehe also noch etwas vom Flachland in Bhutan (der Sueden liegt ja schon im Brahmaputra Tal und nicht besonders hoch ueber dem Meeresspiegel).
Hatte ja zwei Tage in Thimpu, bin noch das Tal hinauf zu einem Meditations-retreat fuer Moenche gefahren (dort waere mein Trek auch geendet).
Die Cheri Goemba liegt auf 2750m Hoehe, ein recht steiler Anstieg, aber inzwischen bin ich an die Hoehenluft gewoehnt:-).
In Thimpu selber gibt es nicht so viel zu sehen, der Wochenendmarket
war ein wenig groesser als die Maerkte die ich bisher gesehen hatte, hatte aber die gleichen waren, und diese bekommt man in Europa auch (Blumenkohl, Kartoffeln, ..., nur die Chilischoten sind Bhutantypisch:-). Thimpu besitzt natuerlich auch einen Dzong,
hier arbeitet der Koenig, daher darf man nur in den klosterteil des Dzongs (jedes Dzong besitzt einen Administrativen Teil und einen kloesterlichen Teil, getrennt durch den zentralen Turm).
Und man kann Takins besichtigen, diese sind sonst selten zu sehen, sie grasen in sehr hoher Hoehe und sind ausserdem recht scheu (sie lassen sich zB auch schon von Yaks vertreiben). Sie bilden eine eigene Spezies, da man sie sonst nicht zuordnen konnte. Nach bhutanesischer Geschichte wurden sie vom heiligen Verrueckten (der, der auch die Penise in die Kultur eingebracht hat) kreiiert.
Als er ein Wunder vollbringen sollte, hat er nach einer Mahlzeit bestehend aus einer kompletten Kuh und einer kompletten Ziege bestanden. Nachdem er sie beide bis auf die Knochen aufgegessen hatte, hat er dann aus dem Koerper der Kuh und dem Kopf der Ziege das Takin erschaffen.
Sonst habe ich es ruhig angehen lassen, meine drei Mahlzeiten am Tag genossen, abgenommen habe ich bisher nicht:-) Morgen frueh geht es um 5 Uhr los gen Indien (well, ich nehme an, mein Fahrer und Guide wollen beide noch am gleichen Tag wieder in Thimpu zurueck sein, es sind 172km, die man in 6h schaffen kann).
Von der Nationalsportart Bogenschiessen habe ich nicht viel gesehen, in Paro und in Thimpu ein paar Schuetzen in westlicher Kleidung, nicht sehr fotogen. Ich glaube ausserdem, dass die echte Nationalsportart Night Hunting ist. Beide Sportarten werden nur von Maennern ausgefuehrt, bei letzterer geht es darum nachts bhutanesische Frauen zu besuchen ohne von deren Vaetern erwischt zu werden. Wenn man erwischt wird, ist man verheiratet.
Mein Fazit zu Bhutan: Meine Erwartungen waren sehr hoch, etwas zu hoch, ich bin doch ein wenig enttaeuscht. Die Zeichen des Wandels sind deutlich zu spueren und Bhutan scheint im Moment auf dem Weg in die Zivilisation zu sein. Der Koenig gibt sich zwar Muehe nachhaltige Entwicklung zu foerdern, aber am 31.12 sind Wahlen und danach gibt es eine Demokratie (nun ja, da die Bhutanesen in ihrem Heimatdorf zur Wahl gehen muessen, bedeutet das einige niedrige Wahlbeteiligung in Thimpu, da die meisten nicht heim gehen werden). Was die Regierungen dann machen, wissen nur die Goetter. (Und in der Tageszeitung habe ich gelesen, dass sieben Gruendungsmitglieder der Maoistischen Partei Bhutans zu drei Jahren Haft veurteilt worden sind..., die Maoisten machen ja auch schon in Nepal Trouble). Der gewoehnliche Bhutanese hat eine nachlaessige Einstellung zB zum Umweltschutz. Feuerholz wird fleissig verbrannt, solange hier wenig Leute leben geht das wohl auch noch, aber ich fuerchte es gibt bereits zu viele. Muell wird fleissig in die Gegend geworfen, auch in den Nationalparks (mein letzter Campground auf dem Trek war voller Whisky-Glasflaschen...), Plastik hat ja doch eine lange Verfallsdauer (so um die 1000 Jahre). Die Einheimischen stoert das nicht einmal, sie finden es sogar huebsch... (meinte jedenfalls eine amerikanische Soziologien, die die Haltung der locals zu Abfallbeseitigung untersucht). Da ist Nepal definitiv weiter in ihrem Himalaya, aufgrund der hohen Anzahl von Trekkern auch dringend notwendig. Zudem war ich ja Pauschaltourist in Bhutan (selbst wenn es nur eine Ein-Mann-Pauschal-Gruppe war:-) und hatte daher wenig Kontakt zur Bevoelkerung. Ich kann daher nicht so recht einschaetzen, wie stark der Modernisierungsdruck ist. In Thimpu tragen die meisten unter 30 keine traditionellen Kleider (es sei denn sie sind Guides/Fahrer, die muessen, oder man moechte aufs Amt, dann muss man auch). Das habe ich doch ein wenig vermisst. Und Trekking wie gesagt ist in Nepal angenehmer, da man dort nicht so eine grosse Expedition braucht und daher weniger Risiko eines Ausfalls hat:-) Immerhin habe ich ein Goenkhang besichtigen koennen (das ist der heilige Raum eines Tempels, in dem die Schutzgoetter und die Erschreckenden Goetter verehrt werden und die Masken fuer die Festivals aufbewahrt werden, Frauen ist der Zutritt generell verboten und auch Touristen sehen diesen Raum nur selten). Ausserdem durfte ich in dem Altarraum eines Farmhauses schlafen und ein Heisses Steinbad geniessen, ebenfalls nicht in jedem Programm. Und nachdem ich schon fast befuerchtet hatte keine bhutanesische Kueche geniessen zu koennen, ist es mir inzwischen doch gelungen, einige Male Yak Buttertee zu trinken und bhutanesisch zu essen (Roter Reis ist eine spezialitaet hier, weil man ihn in hoeheren Lagen als normalen Reis anbauen kann, und das Nationalgericht Emi Datsu, Chilischoten und Kaese, ist sogar sehr lecker, allerdings ein recht neues Gericht, da es vor 20 Jahren noch keinen Kaese in Bhutan gab:-)
Gruss Ralf
P.S. Ich habe einige Kommentare zu meinem Trek bekommen. Erstens ist die offizielle Version, dass mein Horseman erst am Pass nicht mehr ueber den Pass wollte. Und zweitens sind wir hier in Asien. Ich habe Tips bekommen, dass ich mich aufregen soll oder Geld zurueckverlangen. Wenn man sowas tut, dann verliert man nur Gesicht, aendern tut das aber auch nichts. Die beste Option ist immer nur zu laecheln. (btw, Trinkgeld habe ich allerdings keines gegeben). Und ich persoenlich sehe sowieso immer nur das positive, bis zum Jhomolhari bin ich immerhin gekommen und hatte den Campground fuer mich alleine (in der high season gibt es immer so 10-40 trekker).
|
|
If you like this entry, search for other entries by schwate, from Bhutan or try a new search. |
| |
Back to Entry - Back to Home
|