3. Tag Madaba nach Karak und Petra

Trip Start Oct 02, 2009
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Trip End Oct 16, 2009


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Monday, October 5, 2009

Beim erneuten Lesen habe ich Rechtschreibfehler entdeckt...wer sie vor mir findet, darf sie behalten! (Gilt übrigens für alle Einträge!)

Nachdem ich also Mt. Nebo nicht gefunden habe (wie ist nur Moses dahin gekommen???) fahre ich weiter durch die Wüstenlandschaft Richtung Karak.
Ich nehme einen Anhalter mit. Den Namen habe ich schon wieder vergessen, aber er ist Polizist (hatte keine Uniform an) und fragt mich, ob ich nach Karak fahre. Nur etwa einen Km weiter öffnet sich vor uns ein riesen Tal und ich MUSS anhalten! Zum Glück gibt es direkt einen Parkplatz und Aussichtspunkt. Es ist das obere Ende von Wadi Mujib. Sehr beeindruckend. Richtung Osten liegt ein Staudamm von dem aus ganzjährig Wasser ins Wadi gelassen wird - Wadi Mujib ist ein Naturreservat. Nach Westen hin kann man weit in den Canyon schauen Anhalter und seine Familie
Anhalter und seine Familie
. Am Aussichtspunkt verkaufen Einheimische Teppiche. Nach dem Stopp gehts weiter. Über die Staumauer und auf der anderen Seite wieder auf Serpentinen die Strasse nach oben in die Berge.

Ca. 15 Minuten später fragt mich mein Mitfahrer, ob er mich auf einen Shai (Tee) einladen kann. Ich nehme an. Wir halten an seinem Haus. Die ganze Familie lässt sich nieder und trinkt Tee mit mir. Die älteren Töchter können sich vor lachen kaum halten, besonders als ich versuche alle Namen richtig auszusprechen. Ich muss das Pferd der Familie bestaunen - und ein Foto machen (vom Pferd). Die Familie darf ich später auch fotografieren, aber nur Papa, Mama und 2 Töchter. Nach der 2. Runde Tee gebe ich vor ans Auto zu müssen. Ich hole meine Karte und frage (am Auto), wo wir genau sind und wie weit Karak ist. Noch etwa 1 Stunde Fahrtzeit - also muss ich langsam los, sag ich. Die Einladung bei ihnen zu schlafen, lehne ich dankend ab. Der Vater wollte nur bis nach Hause und nicht nach Karak, also fahre ich allein weiter und muss etwas Zeit gut machen, da es bereits ca. 16 Uhr war und ich gewarnt wurde, in Jordanien nach Einbruch der Dunkelheit Auto zu fahren (z.B. unbeleuchtete Trucks auf den Highways).

Gegen 17 Uhr erreiche ich Karak. Dort gibt es eine Kreuzritterburg aus dem Jahr 1142 Wadi Mujib
Wadi Mujib
. Berühmtester Burgherr war Reynald de Chatillon, ein Mann der berühmt-berüchtigt für seine Grausamkeiten war. Er war so grausam, dass er nach der Schlacht von Hattin (1187) von Saladin persönlich enthauptet wurde. Die Burg habe ich nur im Eingangsbereich besichtigt, es war ja schon spät.

Dafür wurden alle Touristen von Kindern belagert. 3 Jungs sahen mich mit der Kamera und kamen rufend auf mich zu gerannt: "Picture, picture, picture!". Sobald sie mich erreicht haben, stellen sie sich auch gleich in Pose, also fotografiere ich sie. Nix ist umsonst, auch das Foto nicht. Als Ausgleich wollen sie mich mit meiner Kamera fotografieren. Auch diesen Gefallen tu ich ihnen (die Fotos hatten allerdings keinen fotografischen Wert - vor allem, weil ich drauf bin und blöde grinse...). Der Junge links im Bild erzählt mir noch sein halbes Leben (zum Glück war er noch nicht so alt...), z.B. dass er schon in der 5. Klasse ist. Er schien sehr stolz drauf zu sein, dass er in die Schule geht.

Interessanter Fakt am Rande: Der Großteil der Jordanischen Christen (ca. 5% der Bevölkerung) leben in bzw. kommen aus Karak. In Karak treffe ich mich wieder mit Erik, dem canadischen Chouchsurfer. Wir essen gemeinsam Dinner in einem Lokal, dass vom "Lonely Planet" empfohlen wird. Inhaber und Koch heißt Sadam und wird im Reiseführer lobend erwähnt. Das Essen ist ok, aber nicht so gut wie erwartet und überteuert. Als wir das Lokal verlassen ist bereits Sonnenuntergang.

Bis Petra sind es noch ca. 2-3 Stunden zu fahren. Wir entscheiden uns das Risiko der Nachtfahrt einzugehen, zumal wir ja mit 2 Fahrzeugen unterwegs sind und uns gegenseitig helfen können Karak Castle
Karak Castle
. Erik fährt voraus und wir folgen den Schildern Richtung Aqaba (ganz im Süden am Roten Meer). Wir kommen durch verschiedene Umleitungen, aber die Schilder weisen immernoch nach Aqaba. Nach längerer Zeit kommen wir an einen Check-Point. Da Erik vorne fährt, spricht er zuerst mit dem Soldaten und ich sehe die Handzeichen und Erklärungen von hinten. Dann fährt Erik weiter und ich fahre vor zum Soldaten mit Schnellfeuerwaffe. Ich lasse mein Fenster runter und er begrüßt mich gleich mit: "Canada? I love Canada!" Ich freue mich drüber und verzichte darauf zu erklären wo ich eigentlich herkomme. Meinen Reisepass hatte ich in der Hand, aber er hat ihn nicht sehen wollen. Auch mir erklärt er noch einmal (in sehr gutem English), dass wir gleich nach dem Check Point nach links müssen und nach 5-6km nach rechts. Das würde uns nach Petra bringen. Ich darf also als Canadier weiterfahren. Diesmal fahre ich voraus, weil Erik sich nicht sicher ist, ob er den Guard richtig verstanden hat. Nach 6 km kommt eine kleine Asphaltstrasse aus dem Wüstensand rechts und ein Wegweiser nach Qurayqira (sprich "Greigra"). Ich fahre rechts ran. Nach meinen Erwartungen hätten wir von dem Highway aus eher mal nach rechts abbiegen müssen und nicht links, wie der Soldat am Check Point sagte. Unsere Strassenkarte zeigt zwar Qurayqira an, aber keine Strasse von dort nach Petra. Während wir dahinter kommen, dass wir offensichtlich nicht mehr auf dem Kings Highway sondern auf dem Dead Sea Highway waren, hält ein weiteres Auto neben uns. Der Fahrer fragt, ob wir etwas bestimmtes suchen Picture, Picture, Picture!
Picture, Picture, Picture!
. Er ist halb Amerikaner, halb Canadier, arbeitet in der Feinan Lodge, einer Hotelanlage im Dana Nature Reserve und versichert uns, dass wir diese Strasse nach Petra fahren können. Sie sei zwar unbefestigt und an einigen Stellen sehr eng und rechts und links gehts den Hang hinunter, aber mit unseren Mietwagen müssten wir es schaffen. Er bestätigt auch unsere Vermutung, dass wir vorher auf dem Dead Sea Highway waren. Wie wir dort hin gekommen waren, weiß ich bis heute nicht...

Erik fährt voraus. Wir schalten das Fernlicht ein und rasen ins Abenteuer. Die Strasse ist besser als erwartet. Und selbst am gelegentlichen Gegenverkehr kommen wir gut vorbei. Spannend sind dennoch die Serpentinen und kleinen und großen Bodenwellen. Ebenso die scharfen Kurven und die dunkle Nacht rings um einen. Wobei es doch relativ hell war, da nur 1-2 Tage vorher Vollmond war. Auf einem Berg machen wir eine Verschnaufpause und schauen uns die atemberaubende Landschaft an. Das Bild war dank des Mondes möglich aufgenommen zu werden und gibt nicht annähernd wieder, wie schön es aussah. Wir kommen gegen 21:45 Uhr ins Bedouinendorf, wo Esel aus großen Müllkontainern fressen. Kurz darauf erreichen wir auch die Stadt Petra, fahren aber direkt durch nach Wadi Musa, wo unser Hotel ist.

Nach dem Einchecken trinken wir noch Tee mit 4 Gästen aus Israel Karak Castle
Karak Castle
. Als die schlafen gehen, fahren Erik und ich nocheinmal nach Petra in der Hoffnung vielleicht ein Hotel zu finden, wo wir ein Bier trinken können. In der Tat finden wir ein Hotel mit Bar und davor sitzen 4 lustige Engländerinnen, die bereits einige Bier getrunken haben. Wir schließen uns an. Es gibt Petrabier aus der 0.5 liter Dose, gebraut in Amman, 8% Alkohol. Die Engländerinnen fahren auf Fahrrädern durch Jordanien für einen guten Zweck und sind sehr lustig. Wir kommen um 1 Uhr nachts zurück zu unserem Hotel und gehen schlafen. Am nächsten Morgen sollen wir Nawaf, unsere lokale Kontaktperson, einen Bedouinen anrufen...


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