Despues las clases

Trip Start Aug 25, 2006
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Trip End Feb 05, 2007


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Sunday, September 17, 2006

Hola chicos y chicas

Es sind nun bereits wieder zwei Wochen vergangen, seit ich das letzte Mal einen Eintrag geschrieben habe.

Da ich bereits eine neue WG gefunden hatte, konnte ich diese zwei Wochen nutzen um einen Sprachkurs zu machen, was ich auch bitter nötig hatte bzw. immer noch nötig habe. Da es in Toledo keine Sprachschule gibt, die zurzeit Kurse anbietet, musste ich jeden Tag nach Madrid fahren und das um 6.30 Uhr morgens! Die Schule hatte mir ganz gut gefallen, ausser dass es fast nur Deutsche hatte und ich deshalb in der Pause kaum spanisch sprach. Unsere Klasse war jedoch bunt gemischt mit sieben Personen aus sieben Nationen. Ich muss sagen, zwei Wochen waren eindeutig zu wenig. Zwar bin ich froh, dass ich nun nicht mehr um 5.30 Uhr aufstehen muss, doch meine Spanischkenntnisse sind noch sehr dürftig Calle en Toledo
Calle en Toledo
. Das Verständnis ist zwar schon einiges besser, doch mit dem Sprechen "happerts" noch gewaltig. Vor allem meine Aussprache ist katastrophal. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich mit soviel fremdsprachigen zusammen war. Zum Glück wohne ich in einer spanischen WG, dann ändert sich das hoffentlich noch.
Ihr erwartet jetzt wahrscheinlich, dass ich euch davon erzähle was ich bisher bereits alles grossartiges erlebt habe, doch da gibt's leider noch gar nicht soviel zu berichten. Ich war jeden Tag sieben Stunde in der Schule und musste insgesamt ungefähr vier Stunden reisen, da bleibt nicht mehr all zu viel vom Tag übrig. Der Vorteil, dass der Kurs in Madrid war, war dass ich so gerade die Möglichkeit hatte die Stadt kennen zu lernen. Madrid ist eine gewaltige Stadt mit einem riesigen kulturellen Angebot. Herauszuheben gilt es vor allem die Reina Sofia und Prado Museen, die zurzeit eine Picasso-Ausstellung führen. Das Nachtleben kam bisher leider ein bisschen zu kurz. Da ich pendeln musste, konnte ich mit den Klassenkameraden nicht ausgehen und in Toledo hatte ich keine Zeit Leute kennen zu lernen.
Nur am letzten Schultag, erlaubte ich mir die Frechheit jemanden zu fragen, ob ich bei ihm übernachten könnte, falls wir nicht bis um sechs Uhr ausgehen würden (dann fährt der erste Bus nach Toledo). Wir besuchten zuerst eine berühmte Flamencoshow, welche grossartig war. Ich überleg mir nun einen Flamencokurs zu besuchen, hoffentlich bietet die Uni einen an Classe de Español
Classe de Español
. Nach der Show gingen wir dann weiter von Bar zu Bar. Die Schlafmöglichkeit beanspruchte ich schlussendlich doch nicht, denn in Madrid ist es üblich bis am Morgen aus zu gehen. Die Schlangen vor den Clubs bilden sich beispielsweise erst etwa um halb vier.
Wie das Nachtleben in Toledo ist, weiss ich bisher noch nicht, doch ab nächster Woche, wenn die Uni dann angefangen hat, kann ich sicher mehr berichten.
Ab nächster Woche kann ich mich dann auch richtig in der WG einleben, denn bisher war es mehr nur eine Schlafstelle. Mit meinen Mitbewohnern hatte ich bisher sehr wenig zu tun, da beide oft am Abend arbeiten und ich meistens schon im Bett war, als sie zurückkamen. Es gefällt mir aber wirklich gut in der WG. Ich glaube, dass ich ein super Los gezogen habe. Gewisse Sachen sind jedoch auch gewöhnungsbedürftig, wie beispielsweise das Kochen (Hauptsache (zu) viel Öl) oder das Verhältnis zur Umwelt. Letzte Woche wurde zum Beispiel der Vorschlag gemacht, dass wir jedes Mal wenn wir Kochen, den Herd mit Alufolie abdecken, damit wir ihn danach nicht putzen müssen. Klar doch, ist ja voll bequem! Ich schlug trotzdem vor, dass ich mich opfere den Herd zu putzen. Wir sind schon soweit, dass ich nur noch "Greenpeace" sagen muss und sie wissen, dass ich anders denke. Da sieht man auch das Konversationsniveau, dass ich bis jetzt habe.;-)
Den Bezug den die Spanier zum Abfall haben werde ich wohl nie verstehen Gran Vía Madrid
Gran Vía Madrid
. Ein anderes Beispiel ist, dass man in der Bar den Abfall, wie Servietten oder so ähnliches, einfach auf den Boden wirft. Das machen nicht nur die Gäste so, sondern auch die Angestellten, wenn sie den Tisch abräumen. Da man den Boden ja sowieso wischen muss, kommt es ja nicht darauf an was alles herumliegt. Man sucht sich einfach den Weg des geringsten Widerstandes, die Ästhetik kümmert hier keinen (solang's nicht um's eigene Aussehen geht).

So das wär's soweit von mir. Ausflüge habe ich bisher noch keine gemacht, da ich die Wochenenden bisher alle verschlafen habe. Letzte Woche wollte ich zwar nach Ciudad Real, doch dann fuhr kein Bus. Dafür war ein Autorennen in Toledo. Es waren gewöhnliche Strassenautos, die zu Rennwagen umgebaut wurden. War noch interessant und super laut. Auf dem Nachhauseweg konnte ich noch einer Filmproduktion beiwohnen. Es handelt sich um einen Film aus der Zeit des spanischen Bürgerkrieges, es waren jedenfalls alle angezogen wie in den 40ern und es hingen Franco-Fahnen herum. Toledo ist natürlich ein genialer Ort um Filme über frühere Zeiten zu drehen. Die ganze Stadt ist ein Museum.

Zum Schluss noch ein kurzes Wort zum Wetter (klassisch, oder?). Nachdem es die ersten beiden Wochen extrem heiss war, hat es sich nun etwa um 15 Grad abgekühlt Jamón
Jamón
. D.h. tagsüber ist es immer noch etwa 25 Grad, aber abends muss man bereits lange Hosen anziehen (wie ungewöhnlich). Von den Unwettern in Barcelona hat man hier nichts mitgekriegt. Es hatte leicht geregnet, doch jetzt scheint wieder die Sonne.

Jetzt ist aber wirklich Schluss. Lasst mal von euch hören, ich freue mich immer über News aus der Heimat.

Hasta luego

Don Kusi

PS: Ich habe die Note meiner Bachelor-Arbeit und die Nachricht, dass ich den Bachelor bestanden habe erhalten.:-) Vielleicht komme ich am 16. Nov. zur Diplomfeier in die Schweiz.
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