Zwischenlandung

Trip Start Jul 15, 2011
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Trip End Aug 05, 2011


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Flag of United Arab Emirates  ,
Saturday, July 16, 2011

Der Flughafen Dubai erwartet uns im Morgenlicht mit Glas, Sonne und Beton, beim Anflug auch ein wenig Wüste. Wir können durch die Fenster das Segel des Hotels „Burj al Arab" (321 m) sehen, auch den nadelspitzen Turm des höchsten Bauwerks der Erde, das Burj Khalifa (828 m). Wir entdecken die künstlichen Inselwelten für den Luxustourismus, die das Einkommen des Emirats sichern sollen, wenn das Öl einst versiegt. Müde verbringen wir im Warteraum auf Schlafsesseln die nächsten Stunden bis zum Weiterflug. Wir wechseln etwas Geld, schoppen in schicken Läden und/oder essen bei Emirates ein kostenloses Frühstück (was ganz besonders Schlaue herausgefunden haben). Echte Palmen unter Glas, weiße Burnusse und schwarze Schleier verraten uns, wo wir sind.

Erst um 15:50 h geht es weiter. Der Flug verläuft ähnlich wie der erste, nobles Essen und Entertainment. Die Neugier steigt. Gegen 19:00 h landen wir schließlich auf dem Jomo-Kenyatta-International-Airport (JKA) in Nairobi, nach insgesamt 11 Stunden Flugzeit. Es ist schon dunkel, wir sind am Äquator (den wir später mehrfach überqueren werden)! Nun blicken wir überall in schwarze Gesichter, wie Flüsse durchzogen von Gruppen von touristischen Bleichgesichtern. Die werden in den nächsten Wochen nahezu ganz verschwinden und wir werden uns langsam vertrauter werdend in einer schwarzen Welt bewegen. Wir sind die wazungu, die weißen Ausnahmen. Muzungu heißt auf Kiswahili = der Weitgereiste, der Weiße und das werden wir in den Dörfern oft von Kinderstimmern begeistert gepipst hören: „Muzungu, muzungu“! Und dann laufen sie weg und blinzeln schelmisch um die Ecke. Bis die mutigeren näher kommen und die Hände schütteln. Oft werden wir dann von ganzen Kinderscharen umringt sein, von fröhlich lachenden Kindern, leuchtend weiße Augäpfel und tiefschwarze Pupillen.

Nach einer Papierlawine an emigster Bürokratie, Hinblättern von 50 USD Visagebühren und lässig-freundlichen Zollkontrolle, die keiner Nachfrage nach den verteilten 12 Laptops stellt, stehen wir fest auf dem Boden Schwarzafrikas. Und werden gleich willkommen geheißen von Charles, unserem wunderbaren Fahrer, und einem Freund von Herrn Pousset. Der schnappt ihn sich samt Gepäck und ein paar andere, damit im Bus etwas mehr Platz für die Koffer ist. Heute laden wir nämlich die Koffer noch nicht aufs Dach, wie später dann, sondern hauen alles pickepackevoll in den Fahrgastraum des Busses. Wir starten durch die Großstadtnacht in unser Domizil, das Duduville guesthouse des ICIPE (International Centre for Insect Physiology and Ecology). „Dudu“ heißt „Käfer, insect“, womit der Name „Isipee“ eine lustige oder kribbelnde Anspielung auf den Zweck des Instituts ist. Aufgrund der Dunkelheit bekommen wir nicht ganz so viel von der Stadt mit, aber ganz sicher, dass China es sehr ernst meint mit dem ökonomischen Engagement in Afrika. Manche sprechen auch von Neokolonialismus, wenn China ganze Landstriche aufkauft, um seine eigene Ernährung zu sichern oder sich über langfristige Versträge massiven Zugriff auf seltene Erden und andere Rohstoffe verschafft. Wir sehen und erleben es über holpernde Erdpfade mitten in der Stadt, wie ein Netz von Stadtautobahnen erbaut wird. Nach Thika raus, da, wo auf dem Weg das ICIPE liegt, wird eine dreispurige Autobahn gebaut (teilweise können wir sie schon fahren) und auf jeder Seite noch zwei Spuren für den lokalen Verkehr, also insgesamt 10 Spuren. Jetzt braucht man von der City zum ICIPE zur Rushhour 90 Minuten, später werden es 10 Min. sein.

Gegen 22:00 h sind wir endlich in unserem neuen Zuhause, in Duduville, angekommen. Rundum sorgen ein hoher Zaun und adrett gekleidete und salutierende Watchmen für die nötige Sicherheit. Die Koffer raus, ein Riesenberg, an der Rezeption freundlich begrüßt und dann mit den Schlüsseln gleich ab aufs Doppel-Zimmer. Wir haben schon vorher abgesprochen, wer mit wem kann und will. Die Zimmer sind recht groß, sauber, mit Wannen-Bad und Balkon und einem Kühlschrank, Wasserkocher und Fernseher drin. Wir richten uns ein wenig ein und her … und dann geht es ab zum ersten kenianischen Essen, lecker … und eingenommen im Freien, über uns nur ein schützendes Dach. Der Wind streichelt leise unsere Haut. Ein unbekannter Vogel schreit. Man hat auf uns gewartet, auch wenn es spät wurde. Afrika hat Zeit. Wir schlafen die erste Nacht in Kenia. Da, wo wir unbedingt hinwollten, da wo sich alles ändern kann, so wie es auf unserem Reiseplan heißt: All data inside Kenya may change due to unexpected situations and new circumstances.
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