Schnee, Schnee und nochmals Schnee

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Flag of Turkey  , Bitlis,
Wednesday, February 25, 2015

Zuerst auf Englisch, dann auf Deutsch, 
(Danke, Ilona, fuer die Uebersetzung)

Minden-Dusseldorf-Istanbul–Göreme–Kayseri–Tatvan
Winter break is over and I am on my way again. On Friday, February 13th, I flew back to Istanbul - with mixed feelings.  During these nine weeks in Germany my trip seemed to move further and further into the distance.  I had to reread my Blog several times to bring it back into my consciousness.  I spent a wonderful time with family and friends, catching up on things and watching “Tatort” together.  I travelled to Hamburg, Karlsruhe and Stuttgart, and enjoyed food from the bio shops that are everywere.  New Year's Eve on Amrum, bumming around in Karlsruhe... It was a fantastic time.

I had arranged to meet Cyril on the Taksim square in Istanbul.  My last days in December I had spent with Cyril and I was only too happy to be able to continue my journey from there.  Thank you Cyril. 

I took the ferry to Harem Otogar on the Asian side and bought a coach ticket to Cappadocia.  In Germany I had worried for hours which coach enterprise would take my bike and me to Cappadocia. What a waste of time that was…

My last night in Istanbul I spent with Cafer and Vika whom I had met via Warmshower.com.  Through them I have gained an understanding of why so many people fear further progressive islamization of Turkey.  Normal state schools were converted, for example, from one day to the other to religious schools.  The fact that Erdogan prohibited women to laugh in public places also made headlines in Germany.  A few days before my arrival a female student was stabbed by a minibus driver, she sat alone in the coach as the last passenger.  The driver tried to rape her and she was trying to defend herself.  There were huge demonstrations in Izmir, Ankara and Istanbul just like in India.  And then there were those who proclaimed that women had no right to be on the streets at night.   Their own fault… In conservative Anatolia women have very little right to be on the road at all.  I was warned by other cyclists not to expect too much help and to be very careful.  Very few talk of positive experiences.  Hitting on women cyclists and even rape apparently is not uncommon.  

In Göreme I shared a room with a girl from Taiwan.  It was snowing outside and bitterly cold.  For fun, I practiced rounds on my bike Charlotte to learn how to ride safely on ice and snow.   The scenery was fantastic – it’s Cappdocia after all.  I visited Derinkuyu which is located 50 m below sea level.  30,000 people live there, just about 8 floors below ground level.  Unreal.  I hiked a bit and visited the Zelve open-air museum where I seem to have been the only visitor.  
Next day I was going on a hike, but before taking off I checked on my bike and discovered that the gear shift was frozen.  I unscrewed the gears and after a thorough cleaning re-installed them.   However, of the 14 gears, only 11 worked - and then only now and then.   I turned on the computer and researched the Rohloff-directive to find out what the problem was.  The solution was a small repair that was only 10 minutes away.  I slowly learned how the gears on my bike are functioning.  

I spent five days in Göreme.   For the first time in 2.5 months, I had to ride on a full-loaded bike.  After 30 km I was totally exhausted and Kaysery was still 40km away.  Holy cow, I can’t believe the weakling I have become – who was that girl that biked mountains up and down in Romania?  

When I finally arrived in Kayseri I bought a train ticket to Tarvan and spent the night with Sarper, another Warm show-host.  Sarper was an incredibly obliging and helpful person.  Oh, how I wish I could repay him for his kind support and compassion.

The train journey from Kayseri to Tatwan lasted 20 long and agonizing hours.  The further east we went, the higher the snow.  We passed through an incredibly lonely mountain world.  I did not know of what I should be more afraid - that one of the 100 tunnels would collapse or one of many makeshift bridges.  But then the thought occurred to me we might also fall down the precipitous cliff faces… 

We arrived in Tatvan after a delay of only one hour.  There I spent the night at a teachers’ hotel.  And as the name indicates, it is intended for teachers who do work-related travel.  Yesterday Sarper, in his capacity as a professor at the university of Kayseri, had called and reserved this room for me.  

Tomorrow I will be heading towards the Iranian border.  I wonder how my bike and I will fare on snow-covered roads, where I will sleep, what will happen, and will that snow ever melt…

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 Minden – Düsseldorf – Istanbul – Göreme – Kayseri – Tatvan

Meine Winterpause ist nun vorbei. Am Freitag, den 13. Februar flog ich zurück nach Istanbul. Mit sehr gemischten Gefühlen. Während dieser neun Wochen in Deutschland ist meine Reise immer weiter in die Ferne gerückt. Ich las des öfteren meinen eigenen Blog, um mir diese Reise wieder ins Bewußtsein zu rufen. Ich verbrachte eine wunderbare Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie, reiste nach Hamburg, nach Karlsruhe, nach Stuttgart, genoss das Essen aus dem Bioladen, das gemeinsame Tatort-Gucken, Silvester auf Amrum, Gammeln in Karlsruhe... Es war eine tolle Zeit.

Istanbul
Mit Cyril habe ich mich auf dem Taksimplatz in Istanbul verabredet. Bei ihm habe ich die letzten Tage im Dezember verbracht, und habe mich sehr gefreut, meine Reise dort wieder beginnen zu können, wo sie aufgehört hatte. Danke Cyril.
Ich fuhr mit der Fähre zum Harem Otogar auf der asiatischen Seite und kaufte mir ein Busticket nach Kappadokien. In Deutschland habe ich mir zuvor stundenlang Gedanken darüber gemacht, ob und welches Busunternehmen
mich und mein Fahrrad nach Kappadokien transportieren würde. - Was für eine verschwendete Zeit. -

Die letzte Nacht in Istanbul verbrachte ich bei Cafer und Vika, die ich über Warmshower.com kennengelernt habe. Wir haben soviel geredet und erzählt, und nun verstehe ich die Angst vieler Menschen vor einer immer weiter fortschreitenden Islamisierung der Türkei. Normale
staatliche Schulen wurden z. B. von einem Tag auf den anderen in Religionsschulen umgewandelt. Daß Erdogan den Frauen das Lachen auf der Straße verbieten wollte, sorgte auch in Deutschland für Schlagzeilen. Wenige Tage zuvor wurde eine Studentin von einem Minibus-fahrer erstochen. Sie saß alleine im Bus als letzte Passagierin. Der Fahrer hat versucht, sie zu vergewaltigen und sie hat sich gewehrt. Es gab große Demonstrationen in Izmir, Ankara und Istanbul wie in Indien. Und es gab auch Stimmen die sagten, dass eine Frau abends auf der Straße nichts mehr zu suchen hätte. - Selber schuld-.
Im konservativen Anatolien haben Frauen tatsächlich nicht viel auf der Straße verloren. Alleinreisende Radlerinnen berichten durchweg von schlechten Erfahrungen, von dummer Anmache bis zur Vergewaltigung. Nochmals hat mich eine Radlerin per Mail davor gewarnt, mit dem Fahrrad hier durchzufahren. Dieselben Radlerinnen waren dagegen vom Iran absolut begeistert.

Kappadokien
In Göreme habe ich mich in einem Hostel einquartiert. Ich teilte mir das Zimmer mit einer Taiwanesin. Draußen schneite es. Es war bitterkalt. Ich drehte einige kleine Runden mit Charlotte und lernte, über Schnee und Eis
zu fahren. Die Landschaft ist einmalig- Kappadokien halt. Ich besuchte die unterirdische Stadt Derinkuyu, welche über 50 Meter in die Tiefe ging und auf acht Stockwerken Platz für fast 30.000 Menschen barg. Ich wanderte im tiefen Schnee durch die Täler rund um Göreme, besuchte das Zelve-Open-Air-Museum, wobei ich die einzige Besucherin zu sein schien. Am nächsten Tag, bevor ich zu meiner Wanderung aufbrechen wollte, sah ich noch kurz nach meinem Fahrrad und stellte fest, dass meine Schaltung sich absolut nicht mehr bewegen konnte. Ich schraubte die externe Schaltung ab, machte sie ein wenig sauber und schraubte sie wieder an. Und dann ließen von den 14 Gängen nur noch elf schalten und das auch nur irgendwie.
Oh, je! „Ich will doch jetzt wandern!“ Stattdessen schaltete ich den Computer an und durchforstete das Rohloff-Handbuch nach meinem Problem und einer Lösung, was fast eine Stunde dauerte. Der Fehler war in 10 Minuten behoben. So lerne ich langsam die Funktionsweise meiner Schaltung kennen....

Kayseri
Nach fünf Tagen war meine Zeit in Göreme zuende. Zum ersten Mal seit zweieinhalb Monaten
schwang ich mich auf mein vollbepacktes Fahrrad. Nach 30 km war ich fix und fertig und es lagen noch 40 km nach Kayseri vor mir. Meine Güte, was bin ich schlapp!!! - und kaum zu glauben, wie fit ich gewesen sein muss, als ich durch Rumänien fuhr über Stock und Stein, bergauf, bergab. In Kayseri kaufte ich mir ein Zugticket nach Tatvan und übernachtete bei Sarper, ebenfalls ein Warmshower-Host. Ein unglaublich zuvorkommender, hilfsbereiter Mensch. Ich wünschte mir, dass ich ihn eines Tages
ebenso bewirten und unterstützen kann, wie er mich.

Tatvan
20 Stunden dauerte die Zugfahrt von Kayseri nach Tatvan. Je weiter wir nach Osten fuhren, desto höher lag der Schnee, Es ging durch eine absolut einsame Bergwelt. Ich wußte nicht wovor ich mehr Angst haben sollte, davor, dass einer der 100 Tunnel einstürzen würde oder eine der vielen klapprigen Brücken. Und als mir der Gedanke kam, dass wir ja auch die steilen Felswände hinabstürzen könnten, sah ich unter mir einen auf der Seite am Abgrund schon etwas angerosteten Waggon liegen.
Mit einer Stunde Verspätung erreichte ich unversehrt Tatvan.
Hier übernachte ich nun in einem Lehrer-Hotel. Und wie der Name sagt, ist dieses staatliche Hotel eigentlich für Lehrer auf (Dienst-) Reise gedacht. Sarper, als Professor an der Uni Kayseri hat hier gestern angerufen und für mich eine Übernachtungsmöglichkeit klarmachen können. Morgen geht es weiter Richtung iranischer Grenze. Ich bin gespannt wieviel Seitenstreifen mir der Schnee läßt, ich bin gespannt, wo ich schlafen werde, ich bin neugirieg, was passieren wird, und ich hoffe, dass es bald taut.

Meine Reise hat mich wieder.



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