Vielfältiges Rumänien

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Monday, November 3, 2014

Sibiu County, Romania 

Three days I spent with Ana and Janosch and waited out a long lasting storm.  Finally the sun popped out and it was time for me to say farewell.  Passing the Cimitirul Vesel (Happy Cemetery) I was on my way to Sighetu Marmatiei close to the Ukrainian border.  It is known as the commemoration site for the victims of the communist dictatorship in Romania.  I visited the Maramures for the famous wooden churches, but was a little disappointed.  My expectations were immeasurable and way beyond reality.

One afternoon when I was, as usual, in search of a campsite I asked a local man whether I might put up my tent on a nearby meadow.  He and his wife immediately invited me for a cup of coffee, a schnapps and a place to sleep.  I accepted the former but declined the latter and at dusk, put up my tent for the night.  My hosts must have realized that I was greatly in need of both warmth and cleanliness (possibly not in the same order) and heated up the woodstove in the bathroom so I could take a shower.  I was so very grateful for this hospitality.  Later on I met their son, who had been working in Switzerland, and his wife and we happily conversed in German.   

They implored me to spend the night in the house and only after I promised that I would knock on their door if it was too cold outside they allowed me my tent.  They knew what was about to happen, and sure enough - there was ice outside and on the inner walls of my tent.  I was given a thick home made carpet from sheep’s wool and a warm fluffy pillow.  And then I slept like a lamb.  Next morning the water in my bottle and my olive oil was frozen and I had to scrape the ice off the insides of my tent.

Next day began with a wonderful morning.  Although I rejected the breakfast schnapps, I gratefully accepted the morning coffee and cornmeal mush with cheese, bacon bits and lard.  Both of my elderly hosts are pensioners and live off 250€ a month.  They own four pigs, a sheep, several chickens, two cats and a dog. Without animals for meat, eggs and wool, I believe it would be impossible for them to survive.  As a farewell gift, they gave me a bag of delicious apples.

I was off to Sighisuara and was cycling past small villages where old people sat on benches at the front of their houses happily waving to me.  During the day, the sun was shining but the nights were very cold.  It was eerie to listen to blustery and gusty winds hitting the iced-up walls of my tent.  In the mornings I had to wait until the warmth of the sun thawed the tent poles that were difficult to take apart in a frozen state.  Whenever possible I chose to cycle along side roads.  I didn’t like the bigger and busier asphalted roads that connected the villages even though I could make better time.  In one remote village a group of children was running beside my bike, first it was a race and then they were begging for money.  I find the image of a small 5 year old child running barefoot behind my bike difficult to forget.  My thermometer told me it was 5 degrees Celsius.

In another village I was chased by a pack of dogs.  Activating my ultra-sound defense device kept them off my heels temporarily, although they did stay away a respectful distance of 2 meters or so.  My eyes never left the dogs and in a most (what I thought) authoritarian voice I yelled at them to get lost.  They took off only after a village woman called them and peppered them with stones, apparently that works better than my device.  Greatly relieved for her help, I thanked her and took off in a hurry.  When riding away I noticed that a man had been watching the whole thing very calmly not doing a thing.  Hmm…..

In spite of having a GPS and an updated map, I managed to get lost altogether.  I staggered on - partly riding, partly walking my bike - for about 30 km over very rough country terrain.  And at the end, I still had to turn around.  Although it was hard work and very lonesome, the beautiful country scenery calmed my body and soul.  But best of all was the campsite I found for the night.  On a hill overlooking a grassy field there was a little spring bubbling happily (so was I) with fresh drinking water.  I thanked my lucky stars because my water was about to run out, put up my tent and called it a day.

I have arrived in Sibiu, also known as Hermanstadt, and am trying to decide whether to tackle the Transfagarasan crossing the Karpaten Mountains or to take the train.  I am somewhat leery of having to face snow and windstorms and other inclement weather conditions, camping at a height of 2000 m and then having to descend the mountain. 
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Nach einem dreitägigen Sturm, den ich geschützt bei Ana und Janosch verbracht habe, ließ sich die Sonner wieder blicken und ich machte mich wieder auf den Weg. Am „fröhlichen Friedhof“ vorbei nach Sighetu Marmatiei, in Sichtweite zur ukrainischen Grenze. Im  Reiseführer habe ich von der Erinnerungsstätte für die Opfer der kommunistischen  Gewaltherrschaft in Rumänien gelesen, und da wollte ich hin. Auch freute ich mich, wieder unterwegs zu sein. Ich fuhr durch Maramures um mir die berühmten Holzkirchen anzusehen, und wurde etwas enttäuscht, weil wahrscheinlich die Erwartungen ins Unermeßliche gestiegen sind. Eines Nachmittages war ich wie immer auf der Suche nach einem geeigneten Zeltplatz als mir meine Intuition sagte, den einen Mann dort auf der Wiese anzusprechen und ihn zu fragen, ob ich mein Zelt dort aufstellen dürfte. Sofort wurde ich ins Haus gebeten. Mir wurde Cafe und ein Gläschen Schnaps angeboten. Beides habe ich angenommen, den Schnaps erst nach einigem Zögern. Auch hätte ich im Haus schlafen können, auf der Couch in der Küche oder im Wohnzimmer. Ich habe dankend abgelehnt und baute in der Dämmerung mein Zelt auf. Neugierig guckte mir ein Schafbock dabei zu. Der Ofen im Bad wurde angemacht, damit
ich mit heißem Wasser duschen konnte, und ich war wieder einmal so dankbar und mir wurde wieder so warm ums Herz, weil ich diese Gastfreundschaft erleben durfte. Später kam der Sohn mit seiner Frau nach Hause. Er arbeitet als Erntehelfer in der Schweiz und somit
konnten wir uns auf deutsch unterhalten. Immer wieder wurde mir ein Schlafplatz im Haus angeboten, und ich sagte, dass es ein Experiment sei, bei dieser Kälte einmal draußen zu schlafen, aber wenn es zu kalt wird, soll ich unbedingt an die Tür klopfen, und sie würden
mich hineinlassen. Ich bekam ein Kopfkissen und einen dicken Teppich aus Schafwolle als Unterlage, und ich muss sagen, dass ich so gut schon lange nicht mehr geschlafen habe. Morgens kratzte ich das Eis vom Innenzelt ab. Es war wirklich hundekalt. Das Wasser in den Getränkeflaschen war gefroren, ebenso das Olivenöl. Zum ersten Mal war mein Zelt total zugefroren. Ein wunderschöner Morgen brach an. Den mir angebotenen Frühstücksschnaps habe ich dankend abgelehnt, aber den Kaffee und den aus Maismehl angerührtem Brei und darin geschmolzenem Käse mit einer kleinen Speckschwarte und einem Löffel Schweinefett habe ich gerne angenommen. Ich bekam noch eine ganze  Tüte voller Äpfel mit auf den Weg. Die beiden sind Rentner, bekommen zusammen 250 € im Monat und haben vier Schweine, einen Schafbock, mehrere Hühner, zwei Katzen und einen Hund. Ohne die Tiere, die Fleisch, Eier und Wolle liefern, ist es glaub´ ich kaum möglich, von dem wenigen Geld zu leben, zumal sie auch das Holz zum Feuern davon bezahlen müssen. 
Mein Weg führte mich durch kleine Dörfer, in denen die alten Menschen auf den Bänken
vor ihren Häusern sitzen und mir freundlich zurückwinkten. Tagsüber schien die Sonne und nachts wurde es so richtig kalt. Ich musste mich erst an das mir bisher unbekannte Geräusch eines gefrierenden Zeltes im Wind gewöhnen. Morgens musste ich warten, bis die Sonne die Zeltstangen auftaute, die ich sonst nicht wieder auseinanderbekommen hätte. Ich wählte wenn möglich die kleinen unasphaltierten Wege, von den ausgebauten  Verbindungsstraßen zwischen den Dörfern hatte ich genug. Ich kam dort zwar schneller vorwärts aber mit der Zeit wurde es auch etwas langweilig. In einem abgelegen Dorf rannte mir eine Gruppe Kinder  entgegen, zuerst machten wir ein kleines Wettrennen, dann bettelten
sie mich um Geld an. Eines der Kinder, es mag so ungefähr fünf gewesen sein, lief barfuß neben mir her...
Mein Thermometer zeigte 5 Grad an.
In einem anderen Dorf war ich plötzlich von einer bellenden Hundemeute umlagert. Mein tolles Hundeultraschallabwehrgerät ließ sie nur kurz verdutzt innehalten. Sie trauten sich nicht näher als zwei Meter an mich heran. Ich behielt sie im Blick und mein autoritäres „Ist gut, Köter“ haben sie wohl sinngemäß verstanden. Aber erst als eine Frau erschien und irgendetwas sagte und mit Steinen auf sie zielte verschwanden sie und ließen mich wieder in Ruhe. Ich bedankte mich bei der Frau und sie winkte zurück. Ein Mann schaute dem Ganzen aus der Ferne seelenruhig zu.

Auf dem Weg von Sighisuara nach Sibiu habe ich mich trotz Karte und GPS verfranzt und bin
30 km über Stock und Stein dahingerumpelt und habe teilweise geschoben, um dann alles wieder zurückzufahren. Aber die Landschaft war einfach schön, es war total einsam und darum habe ich mich nicht sonderlich aufgeregt. Stattdessen habe ich den bisher allerschönsten Zeltplatz gefunden. Auf einem Hügel in einer Graslandschaft, an dessen Fuß sogar eine Quelle ihr frisches Wasser ausprudelte. Was für ein Glück, denn ich hatte nicht mehr viel Wasser bei mir. Ich fand Gefallen daran, mit dem Funkauslöser Selbstportraits zu knipsen, und dann kippte meine Kamera um, der Stecker zur Kamera brach ab, und ließ sich nicht mehr reparieren.
  Nun bin ich in Sibiu, auch Herrmannstadt genannt, und versuche, mich zu entscheiden, ob ich die Transfagarasan über die Karpaten nehmen soll, oder doch lieber den Zug. Ich habe Angst, dort oben auf 2000müNN von einem
Unwetter überrascht zu werden, und mich dann im Schneegestöber wieder nach unten kämpfen zu müssen.







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Comments

Sigrid on

Hallo Heike, es macht Spaß deinen Weg zu verfolgen und zu lesen, dass es dir gut geht und alles (fast) planmäßig verläuft. Wenn wir abends in unser kuscheliges Bett gehen denken wir oft: "Wo mag Heike nun sein, hat sie eine Schlafstätte gefunden?" Aber offenbar hast du es auch in deinem Zelt kuschelig. Wir sind gespannt, ob du bis Weihnachten die erste Etappe geschafft hast. Mach`s gut!

heike on

hallo sigrid,
ich freue mich, dass ihr mich auf meiner tour gedanklich begleitest, schick mir doch mal deine emailadresse. meine steht unter "kontakt" auf meiner homepage.
euch viele liebe gruesse aus bulgarien
heike

Ulrike Wezel on

Hallo Heike,
Du schreibst sehr informative Berichte mit zum teil raffinierten Bildern. Gratulation. Wir hatten uns an einer Brücke am Ruhrtal-Radweg am 26.06.2014 kennengelernt. Du warst auf Deiner Probetour mit neuem Rad Richtung Süden unterwegs. Meine sechs monatige Radreise, Velotraumradtour, auf Deutschlands Strassen ist Ende September zu ende gegangen. Es war fantastisch.
Dir wünsche ich weiterhin viele positive Begegnungen und weiterhin viel Luft im Reifen.
Liebe Grüsse von Ulrike aus dem Taubertal

Les Cyclomigrateurs on

Bonjour Heike
We met you on the Stuart Hiway, near Tennant Creek (Australia). And, reading your blog, we see you cycled near Sibiu. We well know this area and also cycled there, from Sibiu to Brittany (France). And it was a very good trip.
Now we cycle in Australia but will not meet you again : You go South and we go West...
We'll get news by your blog. Ours is www.cyclomigrateurs.fr

Au revoir !

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