Staircase to Heaven - Die "Verlorene Stadt"
Trip Start
Feb 18, 2007
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Trip End
Oct 11, 2007
Wir hatten noch nicht genug von Hängematten, Regenwald und viel Gekrabbel und so ging es vom Strand direkt auf ein sechstägige Wanderung zur "Ciudad Perdida", einer verlorenen Stadt einer früheren Indianerkultur,tief versteckt in den unzugänglichen Wäldern des Nationalparks Tayrona. Da der Weg zum Teil schwierig zu finden ist und mehrere große Flussdurchquerungen nötig macht und darüber hinaus die Guerilla große Teile des Parks kontrolliert, ist diese Wanderung nur im Rahmen einer geführten Tour möglich.
Zum Abschluss unserer Reise gönnten wir uns das und so standen wir am Montagmorgen nach größerer morgendlicher Hetze abfahrbereit am Treffpunkt an der Straße und warteten auf unseren Jeep. Wie im vorigen Bericht erwähnt, muss man von der Straße bis zum Cabo San Juan ca. anderthalb Stunden laufen. Wir Pappnasen waren zwar schon am Abend zuvor bis zum Camp nahe an der Straße gelaufen, in der Nacht und beim größten Sturm fiel uns aber ein, dass wir unser Ladegerät am anderen Camp vergessen hatten und so durften wir frühmorgens nochmal zurück hetzen, um das blöde Ding zu suchen. Als dann die zwei Jeeps mit unseren frisch-fröhlichen Wanderkumpanen bei uns hielten, hatten wir schon drei Stunden Dauermarsch mit komplettem Gepäck hinter uns.. Schade, dass wir uns dafür nur selbst in den Hintern treten konnten...
Mit zwanzig Leuten stapften wir wenig später los. Zwanzig Leute!!! Das Ganze glich eher einer Karawane und hatte wenig mit unseren privaten Wanderungen im einsamen Patagonien zu tun.
Schon nach einer halben Stunde kamen wir an den ersten Fluss der über- bzw. durchquert werden wollte. Doch als es zur Diskussion um die beste Flussüberquerungsstrategie kam, schieden sich die Geister. Manch einer versuchte, über die herausragenden Steine ans rettende Ufer zu gelangen (was jedes Mal kläglich schiefging...), die Vernünftigeren unter uns zogen sich gleich ohne zu murren die Schuhe aus. Karin hatte ein wenig flussabwärts eine vielversprechende Stelle zum Queren entdeckt. Während sie noch -sicherheitshalber- alles wasserfest verstaute, kam eine neugierige Slowenin an. "Kommt man hier rüber?" - "Keine Ahnung, aber sieht ganz gut aus. Versuchs halt mal." Keine zehn Sekunden später lag die Gute der Länge nach, Kamera voraus, im nur wadentiefen Wasser. "Ups! Da hatte ich mich wohl geirrt..!" Ob die in den kommenden sechs Tagen nochmal mit Karin reden würde?
Die ersten beiden Tage Richtung "Ciudad Perdida" verliefen ziemlich fies bergauf, aber relativ entspannt. Wir wanderten vier bis fünf Stunden täglich, die Hügel hoch und die Hügel wieder runter, durch Felder und Wälder, durch Regen und Sonnenschein. Das Klima hier nahe am Äquator hat so seine Eigenheiten und so kam jeden Nachmittag pünktlich gegen drei der Regen.
...zum Beispiel bei einer hüfttiefen Flußdurchquerung zwei starke Männer an seiner Seite zu haben...
Der dritte Tag beinhaltete nämlich neben tausend Stufen und ganz viel Kraxelei über Wurzeln und Steine auch neun Flussdurchquerungen. Nach dem Geplänkel der ersten Tage waren das andere Kaliber und so hatten wir Frauen in diesem Fall garnichts dagegen, von zwei starken, erfahrenen Führern mehr oder weniger durchs hüfttiefe Wasser gezogen zu werden. In Europa gäb es über einen solchen Fluss in einem stark frequentierten Wandergebiet eine Brücke... In Südamerika watet und schwankt man lieber mit seinem kostbaren Gepäck über dem Kopf durch die reißenden Fluten und der Trip wird so zum puren Abenteuer! Fast ein bisschen zu einfach schafften wir jedoch alle die Durchquerungen und standen plötzlich vor der letzten großen Herausforderung. Eine schmale, steile Steintreppe mit mehr als tausend Stufen führte vom Fluss weg, hinein ins Dickicht.
Doch tausendundeine Stufe später, breitete sich vor uns ein wunderschönes Hochplateau aus, an drei Seiten von steil abfallenden Felswänden (die wir hochgekommen waren) geflankt, eingebettet in die höheren Berge des Sierra Nevada Massivs, von dem sich Wasserfälle tosend in die Tiefe stürzen. Hier, auf 1200 Meter Höhe, weit entfernt von der nächsten größeren Zivilisation, hatten von ca. 800-1600 n. Chr. die Tayrona-Indianer ihr Kultur- und Handelszentrum. Mehrere tausend Menschen hatten hier dauerhaft gelebt. Sie haben Mais, Maniok, Tabak und Kartoffeln angebaut und mit den im Tiefland lebenden Indianern Handel betrieben. Auf Dauer hatte sich das kühle Bergklima als zu ungünstig für die Landwirtschaft erwiesen und die Stadt wurde kurz nach der Ankunft der Spanier in Kolumbien verlassen.
1976 von Forschern wiederentdeckt und zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt, waren große Teile des Mauerwerks und der Terrassen erhalten oder wiederhergestellt worden und können weiterhin nur im Rahmen einer sechstägigen, geführten Tour erreicht werden.
Sehr mühsam ist es gewesen, der Hitze, den Moskitos, den Flüssen und nicht zuletzt den tausend Stufen zu trotzen. Sich jeden Morgen aufs Neue aus der Hängematte quälen und in die dauerfeuchten Kleider zu schlüpfen. Doch einhellig waren wir der Meinung, dass die Tour alle Strapazen wert gewesen und zu einem Highlight unseres Trips geworden war. Und nachdem wir nach weiteren drei Tagen endlich wieder in Santa Marta, dem Ausgangspunkt der Tour, ankamen, freuten wir uns nur noch auf eine ausgiebige Dusche, frische und vor allem trockene Kleider und eine gut ausgestattete Hausapotheke um sämtlichen Wehwehchen von den durchschnittlich hundert Moskitostichen pro Person, bis hin zum abgespaltenen Zehnagel, fiesen Blasen und Hautausschlag zu verarzten. Tja, wenn man zwanzig Touris in den Urwald lässt...
Gott sei dank verfügte Santa Marta auch über ein, zwei nette Bars und nach ein paar Bier mit neuen Freunden, war alles, alles wieder gut! :)
Zum Abschluss unserer Reise gönnten wir uns das und so standen wir am Montagmorgen nach größerer morgendlicher Hetze abfahrbereit am Treffpunkt an der Straße und warteten auf unseren Jeep. Wie im vorigen Bericht erwähnt, muss man von der Straße bis zum Cabo San Juan ca. anderthalb Stunden laufen. Wir Pappnasen waren zwar schon am Abend zuvor bis zum Camp nahe an der Straße gelaufen, in der Nacht und beim größten Sturm fiel uns aber ein, dass wir unser Ladegerät am anderen Camp vergessen hatten und so durften wir frühmorgens nochmal zurück hetzen, um das blöde Ding zu suchen. Als dann die zwei Jeeps mit unseren frisch-fröhlichen Wanderkumpanen bei uns hielten, hatten wir schon drei Stunden Dauermarsch mit komplettem Gepäck hinter uns.. Schade, dass wir uns dafür nur selbst in den Hintern treten konnten...
Mit zwanzig Leuten stapften wir wenig später los. Zwanzig Leute!!! Das Ganze glich eher einer Karawane und hatte wenig mit unseren privaten Wanderungen im einsamen Patagonien zu tun.
Und los gehts!
Unsere anfängliche Skepsis war aber unbegründet und insgesamt bildeten wir eine lustige, kunterbunte Truppe. Vom französischen Pärchen über den Quotenisraeli bis hin zum Geschwisterpaar aus Irland waren alle Geschlechter, Nationen, Paarungen und Sprachen vertreten.Schon nach einer halben Stunde kamen wir an den ersten Fluss der über- bzw. durchquert werden wollte. Doch als es zur Diskussion um die beste Flussüberquerungsstrategie kam, schieden sich die Geister. Manch einer versuchte, über die herausragenden Steine ans rettende Ufer zu gelangen (was jedes Mal kläglich schiefging...), die Vernünftigeren unter uns zogen sich gleich ohne zu murren die Schuhe aus. Karin hatte ein wenig flussabwärts eine vielversprechende Stelle zum Queren entdeckt. Während sie noch -sicherheitshalber- alles wasserfest verstaute, kam eine neugierige Slowenin an. "Kommt man hier rüber?" - "Keine Ahnung, aber sieht ganz gut aus. Versuchs halt mal." Keine zehn Sekunden später lag die Gute der Länge nach, Kamera voraus, im nur wadentiefen Wasser. "Ups! Da hatte ich mich wohl geirrt..!" Ob die in den kommenden sechs Tagen nochmal mit Karin reden würde?
Die ersten beiden Tage Richtung "Ciudad Perdida" verliefen ziemlich fies bergauf, aber relativ entspannt. Wir wanderten vier bis fünf Stunden täglich, die Hügel hoch und die Hügel wieder runter, durch Felder und Wälder, durch Regen und Sonnenschein. Das Klima hier nahe am Äquator hat so seine Eigenheiten und so kam jeden Nachmittag pünktlich gegen drei der Regen.
Alle aussteigen, wir müssen den Jeep freibuddeln..
Nach mehreren Stunden in der tropischen Sonne bei ca. 35 Grad und 90% Luftfeuchte, wurden die kräftigen Regenschauer stets jubelnd empfangen. Nach diesen recht gemütlichen ersten Tagen, ging es am Morgen des dritten Tages in die schwierigste Etappe. Damit die vielen Tourileins das auch schafften, bekamen wir von unserem Koch noch einmal ein ordentliches Frühstück in Form von achtzig Rühreiern (!) serviert, die -oh Wunder- von den Eseln heil bis hierher transportiert worden waren. Das war schon ein anderes Wanderessen als unser Haferschleimbrei in Patagonien! Wandern "all inclusive" hat schon ein paar Annehmlichkeiten......zum Beispiel bei einer hüfttiefen Flußdurchquerung zwei starke Männer an seiner Seite zu haben...
Der dritte Tag beinhaltete nämlich neben tausend Stufen und ganz viel Kraxelei über Wurzeln und Steine auch neun Flussdurchquerungen. Nach dem Geplänkel der ersten Tage waren das andere Kaliber und so hatten wir Frauen in diesem Fall garnichts dagegen, von zwei starken, erfahrenen Führern mehr oder weniger durchs hüfttiefe Wasser gezogen zu werden. In Europa gäb es über einen solchen Fluss in einem stark frequentierten Wandergebiet eine Brücke... In Südamerika watet und schwankt man lieber mit seinem kostbaren Gepäck über dem Kopf durch die reißenden Fluten und der Trip wird so zum puren Abenteuer! Fast ein bisschen zu einfach schafften wir jedoch alle die Durchquerungen und standen plötzlich vor der letzten großen Herausforderung. Eine schmale, steile Steintreppe mit mehr als tausend Stufen führte vom Fluss weg, hinein ins Dickicht.
Ab hier gings zu Fuss weiter
Manch einer fluchte über die glitschigen, schmalen, moosbewachsenen Stufen, die sich, scheinbar endlos, bergauf schlängelten und wir fragten uns wohl alle, wie verrückt diese Indianer wohl gewesen sein mussten. Wer wohnt denn da bitte freiwillig...?!Doch tausendundeine Stufe später, breitete sich vor uns ein wunderschönes Hochplateau aus, an drei Seiten von steil abfallenden Felswänden (die wir hochgekommen waren) geflankt, eingebettet in die höheren Berge des Sierra Nevada Massivs, von dem sich Wasserfälle tosend in die Tiefe stürzen. Hier, auf 1200 Meter Höhe, weit entfernt von der nächsten größeren Zivilisation, hatten von ca. 800-1600 n. Chr. die Tayrona-Indianer ihr Kultur- und Handelszentrum. Mehrere tausend Menschen hatten hier dauerhaft gelebt. Sie haben Mais, Maniok, Tabak und Kartoffeln angebaut und mit den im Tiefland lebenden Indianern Handel betrieben. Auf Dauer hatte sich das kühle Bergklima als zu ungünstig für die Landwirtschaft erwiesen und die Stadt wurde kurz nach der Ankunft der Spanier in Kolumbien verlassen.
1976 von Forschern wiederentdeckt und zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt, waren große Teile des Mauerwerks und der Terrassen erhalten oder wiederhergestellt worden und können weiterhin nur im Rahmen einer sechstägigen, geführten Tour erreicht werden.
Sehr mühsam ist es gewesen, der Hitze, den Moskitos, den Flüssen und nicht zuletzt den tausend Stufen zu trotzen. Sich jeden Morgen aufs Neue aus der Hängematte quälen und in die dauerfeuchten Kleider zu schlüpfen. Doch einhellig waren wir der Meinung, dass die Tour alle Strapazen wert gewesen und zu einem Highlight unseres Trips geworden war. Und nachdem wir nach weiteren drei Tagen endlich wieder in Santa Marta, dem Ausgangspunkt der Tour, ankamen, freuten wir uns nur noch auf eine ausgiebige Dusche, frische und vor allem trockene Kleider und eine gut ausgestattete Hausapotheke um sämtlichen Wehwehchen von den durchschnittlich hundert Moskitostichen pro Person, bis hin zum abgespaltenen Zehnagel, fiesen Blasen und Hautausschlag zu verarzten. Tja, wenn man zwanzig Touris in den Urwald lässt...
Gott sei dank verfügte Santa Marta auch über ein, zwei nette Bars und nach ein paar Bier mit neuen Freunden, war alles, alles wieder gut! :)

