San Augustin

Trip Start Feb 18, 2007
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Trip End Oct 11, 2007


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Sunday, September 9, 2007

Da wir nach den zwanzig Grabkammern in Tierradentro doch noch ein wenig kulturellen Wissensdurst übrig hatten, hiess unser nächster Stopp San Augustin, ein malerisches Dorf zu den Fuessen der Anden, sieben holprige Busstunden entfernt. Dort existierte vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis zur spanischen Eroberung im 16. Jahrhundert die sogenannte San Augustin Kultur, welche etwa 400 Steinstatuen mit Götter- und Dämonendarstellungen hinterlassen hat. Zumindest sind so viele bis heute gefunden worden. Die Toten der sozialen Oberschicht wurden in Schachtgräbern - ähnlich denen von Tierradentro - und in Grabhügeln bestattet. Daemonenhafte Skulpturen, die unter anderem Soldaten, schwangere Frauen oder Krokodile darstellten, sollten die Seelen der Toten beschuetzen.
Da die Statuen ueber ein grosses Gebiet verteilt sind und San Augustin ausserdem wunderschoen ist, verbrachten wir drei Tage in der Region, um zu Fuss und mit dem Jeep die Umgebung zu erkunden 01 - So liest man das Maya-Horskop
01 - So liest man das Maya-Horskop
. Grosse Statuen, kleine Statuen, bunt bemalte oder auch nicht, Maenner, Frauen, Krokodile, Voegel, .. Da sind echt kreative Menschen am Werk gewesen. Wie auch in Tierradentro, konnten wir in San Augustin einige Graeber besichtigen. Hier wurden die Toten jedoch in einem Steinsarg in einem Tunnel aus Steinplatten aufbewart. Am Eingang stand dann zum Beispiel ein Steinsoldat oder ein Wache. Ziemlich interessant!
Auf unserer Jeeptour sahen wir ausser Duzenden Statuen auch zwei beeindruckende Wasserfaelle (Salto de Bordones ist der groesste Wasserfall Kolumbiens und der zweitgroesste des Kontinents) und kamen durch viele kleine Doerfer der Umgebung, die hauptsaechlich von Zuckerrohr und Kaffee leben. Und ueberall immer wieder die grossen, bunten Tropenblumen. Schoenes Kolumbien!
Doch genau diese idyllische laendliche Region hat in der Vergangenheit stark unter Guerrilla-Aktivitaeten gelitten, wie uns unser Fahrer erzaehlte. In der Naehe des Wasserfalls Bordones liegt ein kleines Dorf, welches vor ein paar Jahren von der Regierung bombadiert worden war, da Guerrilla-Kaempfer versucht hatten, das Dorf zu uebernehmen und als Stuetzpunkt zu halten. Mehrere Haeusser und mit ihnen die darin lebenden Familien sind ausgeloescht worden. Auf den Huegeln ringsherum waechst heute Kaffee und Zuckerrohr. Frueher wurde hier ausschliesslich Koka angebaut, worueber die Guerrillas wachten. Die Kokabauern mussten einen grossen Teil ihrer Ernte abgeben, wer ein Handy besass wurde als gegnerischer Informant angesehen und erschossen. Einfach so.
Als wir die gruenen, fruchtbaren Huegel und das ruhige Dorfleben sahen, fiel es uns schwer, sich ein solches Grauen hier vorzustellen. Unglaublich, was die Menschen hier durchgemacht haben. Doch gleichzeitig sind sie sehr gastfreundlich und strahlen in unseren Augen eine grosse Lebensfreude aus. 
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