Zu Gast bei den Inkas
Trip Start
Feb 18, 2007
1
27
57
Trip End
Oct 11, 2007
Das erste grosse Highlight Samaipatas war der Weg dorthin. Zusammen mit 50 bunten, lauten und lustigen Bolvianern ging es vollbepackt mit Menschen und bunten Buendeln auf unsere erste richtige Bustour à la Bolivia. Diese drei Stunden Busfahrt auf der alten und einsamen Gebirgsstrasse waren Live-Kino fuer unsere europaeischen Augen, Ohren und Nasen. Links neben uns mampften zwei aeltere Damen genuesslich an irgendeinem Tier aus der Plastiktuete (Meerschweinchen? Hund? Katze?) und rechts von uns kaute ein Herr sehr genuesslich an seinen Cocablaettern. Dazu gab es bolivianisches Floetengedudel und unser Busfahrer war immerhin auch schon um die 14 Jahre alt. Kurz vor Samaipata gab dieser dann seinen - hoechstens gleichaltrigen - Buskollegen das Order, den zwei "Gringas" Bescheid zu geben, dass wir da waeren. Als einzige Touris an Bord, waren wir natuerlich auch die einzigen, die dort aussteigen wollten. Dazu mussten wir uns erstmal durch den Gang nach vorne kaempfen. Da gab es solche Hindernisse wie auf dem Boden sitzende Frauen (Man glaubt gar nicht, wieviele Bolivianer in so einen Bus reinpassen!), riesige Gepaeckstuecke und schlafende Kinder
Samaipata selbst war dann auch wirklich das kleine, suesse Oertchen, wie wir uns das gewuenscht hatten. 2000 Einwohner und ein paar kleine Laedchen und Cafes (u.a. eine deutsche Baeckerei!) waren ringsherum von Bergen und leuchtendgruenen Waeldern eingerahmt. Ganz in der Naehe, auf einem flachen Huegel erbaut, befand sich "El Fuerte", eine alte religioese Staette, die wahrscheinlich von den Inkas erbaut worden war. Auf einem riesigen Felsplateau sind unterschiedliche Figuren in den Stein gearbeitet und an der Felsflanke findet man noch die Ueberreste ehemaliger Siedlungen. Dieser Ort fasziniert schon seit Jahrhunderten Forscher aus aller Welt und noch heute gibt es verschiedene Hypothesen, wem und zu welchem Zwecke diese Staette gedient hatte.
So viel beeindruckende Kultur konnten wir uns natuerlich nicht entgehen lassen und anstatt die 10 Kilometer auf den Berg fuer 50 Cent mit dem Taxi zu fahren, machten wir eine schoene Tageswanderung daraus
Also kamen wir tags- bzw. abendsdarauf dick eingemummt wieder. Ein paar nette Israelis aus unserem Hostel waren mit uns mitgekommen und gemeinsam verfolgten wir das Spektakel. Aus der ganzen Umgebung waren die Leute angereist, zum Teil komplett ausgeruestet mit Tisch und Stuehlen und Grill und Zelt. Die ganze Nacht hindurch wurde mehr oder weniger nette Musik gespielt, Taenze aufgefuehrt und durch Opfergaben das Feuer beschwoert.
Irgendwann war dann auch endlich vier Uhr morgens und es kam wieder Leben in die Runde. Die zwei "Chiefs" hielten eine anscheinend wichtige Rede, die wir leider nicht verstanden und kurz darauf tanzten wir mit 20 Bolivianern und ein paar durchgeknallten Hippies um das Feuer herum. Fuer die Kamaramaenner waren wir zwei tanzenden Gringas anscheinend genauso interessant, wie normalerweise die Bolivianer fuer uns und wir wollen wirklich nicht wissen, in welchen Fernsehkanaelen und Lokalzeitungen wir tagsdarauf erschienen sind
Nach dem lustigen Tanz zog die ganze Karawane dann los zum Fels selbst, um von dort aus den Sonnenaufgang zu erwarten. Da hier in Bolivien aber gerade Winter ist, lies die gute Sonne noch ein wenig auf sich und zwischenzeitlich dachten wir echt, schon vor Sonnenaufgang in die Inka-Unterwelt abzutauchen. (Welcher Inka-Chief kam eigentlich auf die bescheuerte Idee, ausgerechnet die LAENGSTE Nacht des Jahres DRAUSSEN auf 3000 Metern zu feiern???) Eng aneinandergekuschelt sassen alle zusammen und warteten und bibberten. bis es einige Stunden spaeter endlich hell wurde am Horizont. Bis dahin hatte dieses Fest eher wie eine normale Dorfparty gewirkt und weniger wie eine religioese Zeremonie eines Urvolkes (Wir hatten eher ausgeflippte Menschen erwartet, die mit lautem Urwaldgeschrei wild ums Feuer tanzten bis sie irgendwann in Trance verfielen. So die Vorstellung eines Europaers..). Mit den ersten Sonnenstrahlen wurden die Bolivianer dann aber richtig unruhig. Mit viel "Oh!" und "Ah!" wurde der Sonnenball nach der laengsten - und bestimmt auch kaeltesten - Nacht des Jahres begruesst. Andaechtig standen alle da, hielten Haende und Gesicht der Sonne hingestreckt und murmelten vor sich hin. Eine Omi schraeg neben uns war besonders aus dem Haeusschen. Sie weinte, fasste sich ins Gesicht, kuesste den Boden und stand dann wieder auf, rief (die Goetter?) und kuesste abermals den Boden. Andere verspruehten - oder tranken - irgendwelchen harten Alkohol aus Plastikflaeschchen als Dankeschoen an die Pachamama, die Erdenmutter, dass sie die Sonne abermals hat aufgehen lassen. Mit dem Anbruch des neuen Tages hatte fuer die Inkas das neue Jahr begonnen und es wurden Glueckwuensche ausgesprochen und kostenloses Fruehstueck verteilt. Auf bolivianisch war das dann Fleischkloepse mit Reis. Mahlzeit!
01 - Das schoene Oertchen Samaipata
. Wir kletterten also im Dunkeln vorsichtig ueber alles und jeden im Gang, bis wir kurz vor der Tuer aus Versehen fast auf ein vielleicht vierjaehriges Maedel getreten waeren, dass da, alle Viere von sich gestreckt, selig schlief. Auf unseren verbluefften Blick kam von den Eltern zwei Sitze weiter nur ein "Ach, die schlaeft einfach nur." Na dann... Hier wird man wohl recht frueh abgehaertet!Samaipata selbst war dann auch wirklich das kleine, suesse Oertchen, wie wir uns das gewuenscht hatten. 2000 Einwohner und ein paar kleine Laedchen und Cafes (u.a. eine deutsche Baeckerei!) waren ringsherum von Bergen und leuchtendgruenen Waeldern eingerahmt. Ganz in der Naehe, auf einem flachen Huegel erbaut, befand sich "El Fuerte", eine alte religioese Staette, die wahrscheinlich von den Inkas erbaut worden war. Auf einem riesigen Felsplateau sind unterschiedliche Figuren in den Stein gearbeitet und an der Felsflanke findet man noch die Ueberreste ehemaliger Siedlungen. Dieser Ort fasziniert schon seit Jahrhunderten Forscher aus aller Welt und noch heute gibt es verschiedene Hypothesen, wem und zu welchem Zwecke diese Staette gedient hatte.
So viel beeindruckende Kultur konnten wir uns natuerlich nicht entgehen lassen und anstatt die 10 Kilometer auf den Berg fuer 50 Cent mit dem Taxi zu fahren, machten wir eine schoene Tageswanderung daraus
02 - Im Dorf
. Der Ausblick auf die Berge und die Entdeckung eines Stueckes Badischer Heimat (Fotos) waren die Muehe echt wert. "El Fuerte" war auch wirklich ganz interessant und beeindruckend und noch toller war, dass wir durch Zufall von einem grossen Fest erfuhren, das Tags darauf zur Wintersonnenwende stattfinden sollte.Also kamen wir tags- bzw. abendsdarauf dick eingemummt wieder. Ein paar nette Israelis aus unserem Hostel waren mit uns mitgekommen und gemeinsam verfolgten wir das Spektakel. Aus der ganzen Umgebung waren die Leute angereist, zum Teil komplett ausgeruestet mit Tisch und Stuehlen und Grill und Zelt. Die ganze Nacht hindurch wurde mehr oder weniger nette Musik gespielt, Taenze aufgefuehrt und durch Opfergaben das Feuer beschwoert.
Irgendwann war dann auch endlich vier Uhr morgens und es kam wieder Leben in die Runde. Die zwei "Chiefs" hielten eine anscheinend wichtige Rede, die wir leider nicht verstanden und kurz darauf tanzten wir mit 20 Bolivianern und ein paar durchgeknallten Hippies um das Feuer herum. Fuer die Kamaramaenner waren wir zwei tanzenden Gringas anscheinend genauso interessant, wie normalerweise die Bolivianer fuer uns und wir wollen wirklich nicht wissen, in welchen Fernsehkanaelen und Lokalzeitungen wir tagsdarauf erschienen sind
03 - BADEN!!!
.Nach dem lustigen Tanz zog die ganze Karawane dann los zum Fels selbst, um von dort aus den Sonnenaufgang zu erwarten. Da hier in Bolivien aber gerade Winter ist, lies die gute Sonne noch ein wenig auf sich und zwischenzeitlich dachten wir echt, schon vor Sonnenaufgang in die Inka-Unterwelt abzutauchen. (Welcher Inka-Chief kam eigentlich auf die bescheuerte Idee, ausgerechnet die LAENGSTE Nacht des Jahres DRAUSSEN auf 3000 Metern zu feiern???) Eng aneinandergekuschelt sassen alle zusammen und warteten und bibberten. bis es einige Stunden spaeter endlich hell wurde am Horizont. Bis dahin hatte dieses Fest eher wie eine normale Dorfparty gewirkt und weniger wie eine religioese Zeremonie eines Urvolkes (Wir hatten eher ausgeflippte Menschen erwartet, die mit lautem Urwaldgeschrei wild ums Feuer tanzten bis sie irgendwann in Trance verfielen. So die Vorstellung eines Europaers..). Mit den ersten Sonnenstrahlen wurden die Bolivianer dann aber richtig unruhig. Mit viel "Oh!" und "Ah!" wurde der Sonnenball nach der laengsten - und bestimmt auch kaeltesten - Nacht des Jahres begruesst. Andaechtig standen alle da, hielten Haende und Gesicht der Sonne hingestreckt und murmelten vor sich hin. Eine Omi schraeg neben uns war besonders aus dem Haeusschen. Sie weinte, fasste sich ins Gesicht, kuesste den Boden und stand dann wieder auf, rief (die Goetter?) und kuesste abermals den Boden. Andere verspruehten - oder tranken - irgendwelchen harten Alkohol aus Plastikflaeschchen als Dankeschoen an die Pachamama, die Erdenmutter, dass sie die Sonne abermals hat aufgehen lassen. Mit dem Anbruch des neuen Tages hatte fuer die Inkas das neue Jahr begonnen und es wurden Glueckwuensche ausgesprochen und kostenloses Fruehstueck verteilt. Auf bolivianisch war das dann Fleischkloepse mit Reis. Mahlzeit!


