On The Way To ABC

Trip Start Sep 28, 2012
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Trip End Jun 15, 2013


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Flag of Nepal  , Western Region,
Thursday, November 8, 2012

Nachdem wir uns durch Busfahrten, Paragliding und Raften wieder ein wenig vom anstrengenden Trek zum Everest Base Camp erholt hatten kribbelt es uns schon wieder ein bisschen in den Fuessen.


 Eigentlich wollten wir die verbleibenden 10 Tage ganz relaxed in Pokhara und Kathmandu verbringen, ein paar Tempel besuchen usw... 


 Jeden Abend im Sonnenuntergang lachen uns jedoch die Gipfel vom Machharpuchare und Annapurna South entgegen und wir werden uns jeden Abend aufs neue bewusst...wir sind in Nepal...und Nepal sind die Berge! 


 Da wir uns mit kleinen Rundtouren in den unteren Hoehenlagen nach unserem EBC Trek natuerlich nicht mehr zufrieden geben koennen waelzen wir den Lonely Planet nach moeglichen Touren in der Annapurnaregion
 Die Tour zum Annapurna Base Camp klingt vielversprechend, soll sie einen doch wieder in die Mitte der hier liegenden 7 und 8000 er bringen...leider soll die Tour laut LP jedoch 11-14 Tage dauern...soviel Zeit haben wir nicht mehr. 


 Gott sei Dank treffen wir beim Rafting jedoch ein Paaerchen aus Deutschland, die die Tour gemacht haben in 8 Tagen inklusive Pausentag, zudem haben sie ihre Sachen selbst geschleppt. 
 Wir rechnen also hin und her und glauben das wir das auch schaffen koennnen, speziell wenn wir die Tour noch um knappe 2 Tage kuerzen indem wir mit dem Bus bereits soweit wie moeglich in die Berge hinauffahren. 


 Unser supernetter Hotelbesitzer hat natuerlich auch gleich jemanden aus der Familie an der Hand den er uns waermstens als Fuehrer und Traeger empfehlen kann. 
 Also werden wir die naechsten 7 Tage von Indra begleitet, der natuerlich auch wieder unseren 18 kg schwere Rucksack traegt. 


 Indra ist...maennlich, 31 Jahre alt, irgendwie der Schwiegersohn des Hotelbesitzers und wohnt in Pokhara zusammen mit 2 Bueffeln, einem Hund und seiner Frau, die er einen Tag vor der Hochzeit kennengelernt hat. Eine arrangierte Hochzeit, wie uns spaeter auch stolz der Hotelbesitzer erzaehlt, der die Frau fuer Indra gesucht und ausgewaehlt hat. Ausserhalb der Trekkingsaison bestellt Indra seine Reisfelder und ist nun fuer die naechsten Tage unser Porter und Guide, fuer 17 Euro am Tag. Darin sind natuerlich bereits alle Mahlzeiten fuer ihn sowie die Unterkuenfte mit enthalten. 


 Mit dem Bus geht es 2 Stunden in Richtung Annapurna wo wir dann rechts in Richtung Berge abbiegen, einen Fluss durchfahren und dann immer weiter auf einem Bergpfad in unserem Local Bus zusammen mit ausschliesslich Einheimischen ein paar Hoehenmeter machen. 
 Ich brauche nicht zu erwaehnen das es sich natuerlich dabei keineswegs um eine Strasse in unserem Sinne handelt, wenn man den Pfad sieht wuerde man nicht annaehernd darauf kommen das hier Fahrzeuge und schon gar keine Busse verkehren. 


Es handelt sich bereits um die letzte Etappe der Trekker die bereits aus den Annapurna zurueckkehren. 
Von denen kommen uns auch eine ganze Menge entgegen...nahezu alle zuecken bei unseren Anblick unglaeubig ihre Kamera und machen Fotos von unserem Bus....bis wir sie dann nach unserer Passage...sorry...in einer Dicken Staubwolke hustend stehenlassen



 Aber wir haben doch keine Zeit! 


 Die Piste ist natuerlich unbefaestigt, fuehrt durch einige kleine Fluesse und faellt am Strassenrand steil ab in Richtung eines 50 meter tiefer liegenden Flusses steil ab...genau das Richtige um Agnes ganz langsam und vorsichtig an Nepalesische Bergbusfahrten zu gewoehnen.
 

Auf 1800 metern Hoehe ist dann aber auch fuer diesen Bus das Ende der Strasse erreicht und wir laufen an diesem Tag nur noch 90 minuten bis ins naechste Dorf auf 1940 metern Hoehe.

 
Gandruk ist die groesste Ansammlung von Gurung, eines Nepali Volksstamm, und sehr altertuemlich. 
Wir haben noch eine Menge Zeit im Ort herumzulaufen und die urspruengliche Atmosphaere auf uns wirken zu lassen. 
Auch Zeit fuer ein Feierabendbier finden wir noch welches wir nach einigen Preisvergleichen bei einer Art Restaurant kaufen wollen. 

Der dortige Ladenbesitzer hat seine Haende gerade bis zu den Ellenbogen im Momopaste stecken, einer Mischung aus Fleisch und anderen undefinierbaren Sachen, aehnlich wie Hackfleisch was die Nepali dann in eine Nudelpaste, aehnlich Ravioli, pressen um es dann als nationale Spezialitaet zu verkaufen

 Bier wollt ihr ja natuerlich...aber ihr muesst heute abend auf jeden Fall zum Momoessen vorbeikommen!!! Ich mache hier die besten Momos im Dorf!!! 
Sagt er uns noch waehrend er mit seinen total versifften Haenden zwei Flaschen unseres Lieblingsbieres, Nepal Ice, auf den Tresen stellt, die total dreckigen Geldscheine in seine Kasse legt und uns noch dreckigeres Wechselgeld herausgibt nur um seine Haende dann sofort wieder in dem Momobrei versinken zu lassen...

 

Bis heute Abend zum Momoessen dann!!!
 

Aeeeehhhh, ja...mal schauen, vielleicht auch nicht...


 Unsere Bierflaschen sind von oben bis unten besudelt mit Fleischstuecken und Momopaste und an den Geldscheinen in unserem Portemonnaie finden wir noch Tage spaeter stinkende Reste von Momopaste....

 
Irgendein Gefuehl fuer Hygiene oder soetwas existiert hier einfach nicht. 
Es ist total normal das der Kellner in einem Restaurant dir Dein Fruehstueck bringt, bei dem das Spiegelei ein wenig ueber den Tellerrand haengt, welches er dann vor Deinen Augen mit der Hand auf den Teller zurueckbuchsiert.

 
Aber zurueck zum Text....aehhhh: Trek.
 

Am naechsten Tag stehen wir natuerlich schon um 05:30 Uhr auf um den Sonnenaufgang anzuschauen. 

 Bereits hier hat man tolle Blicke auf den Annapurna South und Himschuli, die wir in den naechsten Tagen halb umrunden werden.

 
An diesem Tag fuehrt uns der Trek in 5 Stunden durch die lower Hills der Annapurnaregion die mir vom Poon Hill Trek mit Friedy schon ein wenig vertraut war...
schoene Reisterassen, landwirtschaftliche Flaechen kleine Bergdoerfer, freundliche Menschen und immer wieder Slalom durch diverse Lasttierkarawanen.
 

Stolz berichtet Agnes das sie nun mittlerweile Yakkot von Eselmist, Kuhdunk und Bullenkacke unterscheiden koenne...am Geruch!!


 Der Beginn einer stark ausgepraegten Trek-Paranoia??? 


 Ich sollte das im Auge behalten!!!

 
In Chomrom auf 2200 metern verbringen wir die naechste Nacht, die letzte ganzjaehrig bewohnte Siedlung in Richtung Berg. 
Hier gibt es noch Internet und zum Abendessen laeuft im Satellitenfernsehen...unglaublich: 
die Liveuebertragung HSV gegen Bayern Muenchen aus dem Hamburger Volksparkstadion!!!!

 Jaaaaaa, ich weiss! Aber fuer mich wird es IMMER so heissen!
 

Natuerlich regnet es in Hamburg, trotzdem kriege ich ein wenig Heimweh.

 
Den naechsten Tag geht es sehr nervig und wenig lohnend durch den Dschungel ohne grossartige Aussicht immer wieder auf und ab in 7 Stunden bis nach Himalaya Hotel auf 2800 metern. 
Man wandert halt durchgehend im Talgrund und kann lediglich den Gipfel vom gewaltigen Machharpuchhare ab und zu steil emporragend sehen. 
Lediglich ein imposanter Wasserfall bietet das Highlight des heutigen Tages.
 

Da wir uns gegen einen Akklimatisationsstopp entschieden haben...
wir haben doch keine Zeit...muessen wir am letzten Tag eine Menge Hoehenmeter zuruecklegen...erstmal 3 Stunden Aufstieg bis zum bereits 3800 meter hoch gelegenen Machharpuchhare Base Camp am Fusse dieses grossartigen Berges. 


Leider ziehen dort schon wieder Wolken ein, so das die Sicht auf den Berg zu wuenschen uebrig laesst
Die letzte 2 Stunden Aufstieg zum Annapurna Base Camp sind aber landschaftlich endlich wunderschoen und entlohnen uns fuer die letzten Anstrengenden Tage. 
Die Randberge sind sind bereits mit Puderzuckerschnee bedeckt und in den Wolken fuehlen wir uns sofort in einen Norwegischen Fjord versetzt. 
Zielstrebig laeuft unser Trek auf den gewaltigen Annapurna South zu, der immer wieder mal kurz mit seinen gewaltigen vergletscherten Haengen durch die Wolken schimmert...

unglaublich ueberwaeltigend! 


Kurz vor unserem Eintreffen haben die Wolken ein erbarmen und geben kurzzeitig den Blick frei auf den Machharpuchhare im Ruecken und den gewaltigen Annapurna South, dem Ziel unseres Treks.

Gegen 15 Uhr erreichen wir das Annapurna Base Camp auf 4130 metern Hoehe.
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