Erstmal wieder runterkommen...

Trip Start Sep 28, 2012
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Trip End Jun 15, 2013


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Flag of Nepal  , Eastern Region,
Thursday, October 25, 2012

Die Nacht in Gorak Shep ist wirklich unbarmherzig...irgendwie ist an Schlaf wirklich nicht zu denken.


Zum Einen ist die Kaelte natuerlich unertraeglich, zum anderen ist diese Hoehe von 5130 metern aber auch einfach nicht fuer den dauerhaften Aufenthalt von Menschen auserkohren...


Abschalten kann der Koerper irgendwie ueberhaupt nicht, man steht irgendwie die ganze Zeit unter Stom...vermutlich arbeitet der Koerper halt einfach gegen die Hoehe an...
keine Ahnung...
obwohl wir natuerlich vom vorangegangenen Trekkingtag total kaputt sind kriegen wir die Nacht kein Auge zu.


Beim Fruehstueck am naechsten Tag muessen wir zusammen mit Cheering dann erstmal Krisensitzung halten...
ich hatte eigentlich beabsichtigt mir trotz allen schlechten Erfahrungsberichten in einem 6 Stuendigen Returntrip von Gorak Shep aus das Everest Base Camp anzuschauen.


Da zur Zeit dort keine Bergsteigersaison ist sollen dort auch keine Zelte von irgendwelchen Expeditionen stehen...und Aussicht auf den Berg selbst hat man vom Base Camp sowieso nicht...jeder raet einem also den Aufstieg zum Kala Patthar dem Base Camp vorzuziehen...


Das Base Camp ist wohl mehr so ne weil man da ja mal da gewesen sein muss Location...


Nach meinem Tagesausflug zum Base Camp wollten wir den Everest Base Camp Trek....oder natuerlich den EBC wie wir "Bergsteiger" ihn nennen um den Rueckweg ueber die Goyko Lakes und den dort zu erklimmenden 5357 meter hohen Goyko Ri um ein paar Tage verlaengern...


Agnes Stimme spricht allerdings eine andere Sprache...naemlich genau garkeine.


Abgesehen davon dass sie sich gestern nach der Gipfelzeremonie noch zwei weitere Male auf dem Abstieg uebergeben hat ist ihre Erkaeltung immer noch nicht besser geworden und sie hat ihre Stimme nahezu vollstaendig verloren.


Ausserdem haben wir beide die Nacht ueber kein Auge zugekriegt.


Nach meinem geplanten Tagesausflug zum EBC und einer weiteren Nacht auf 5130 metern waere die technisch anspruchsvolle, 9-10 Stunden lange Passage des 5420 meter hoehem Cho La Passes gefolgt.


Hier kann auch gut nochmal ordentlich Schnee liegen.
Ausserdem haetten wir von den Goyko Lakes aus noch einmal den Gipfel des Goyko Ri mit einer Hoehe von 5357 metern nicht einfach links liegen lassen koennen...


Nach einer eindringlichen Frage ob sich Agnes das bei Ihrem Gesundheitszustand zutraut ist die Sache geklaehrt...wir werden so schnell wie moeglich wieder absteigen.


Eine sehr gute Entscheidung wie sich spaeter herausstellen sollte...


Wir packen unsere Sachen und erkennen sofort...Abstieg in dieser Hoehe ist einfach vieeel einfacher als der Aufstieg!


Bei strahlend blauem Himmen verlassen wie die einmalige Gletscherwelt wieder in Richtung Sueden...fuer unser heutiges Tagespensum haben wir beim Aufstieg genau 2 anstrengende Tage gebraucht!


Am zuvor beschriebenen Pass blaest uns ploetzlich ein eiskalter Wind entgegen. Wir muessen uns komplett vermummen und koennen so die "Astes" und "Stes" der aufsteigenden Treker kaum hoeren...


Wir waehlen noch eine Trekvariante und laufen unseren heutigen Tagesziel, dem Bergdorf Pherishe durch ein wunderschoenes Tal mit Blick auf dem Ama Dablam entgegen.


Im Ort besucht Agnes dann sofort die dort wieder anzutreffende Himalayan Rescue Association, wo noch ein Arzt anwesend ist. Der Bescheinigt Ihr das ihre Entzuendung keineswegs besser geworden ist und sie nochmal ne andere Art von Antibiotikum ausprobieren soll...ein Trek ueber den Cho La Pass waere auch nach seiner Ansicht nach undenkbar gewesen!


Wieder einmal richtig entschieden...sehr gut!


DAS denken wir auch als wir am naechsten morgen aufwachen und der Ort auf knapp 4000 metern und die Umgebung in leichten Puderzuckerschnee getaucht ist...


Wieviel Schnee es wohl auf 5130 metern diese Nacht gegeben hat...oder auf dem Cho La Pass?!?


Ne ganze Menge auf jeden Fall wie wir spaeter zu hoeren bekommen!!!


Gluecklich ueber unsere Entscheidung steigen wir heute wieder den ganzen Tag lang ab...waermeren Gefinden und geringeren Hoehen entgegen. Die Aussicht ist immer noch ueberwaeltigend und man befindet sich immer noch auf halber hoehe mit den tollen Gipfeln der umliegenden Berge!


Schon um 14 Uhr erreichen wir unser Etappenziel Phorche, so das dort sogar noch Zeit bleibt fuer eine Annehmlichkeit der ganz besonderen Art...hier wird endlich wieder einmal eine Dusche angeboten! Die erste seit etwa 12 Tagen!!!


DAS lassen wir uns nicht entgehen!!!


Fuer 4 Euro pro Person (das ist die Vierfache Zimmermiete fuer die Nacht) wird ein Kessel Wasser ueber dem Yakkotofen heissgemacht und in einen Eimer ueber der Duschkabine gefuellt....dort troepfelt das wasser dann minimal herunter und bewahrt einem vor dem Erfrieren!


Herrlich!!!


Leider verzieht sich die Sonne danach auch schon wieder hinter dicken Wolken so dass wir schon ab 15 Uhr auf der eigentlich sehr schoenen Terrasse unserer Lodge in allen Klamotten und Handschuhen (wer denn welche hat) unseren wohlverdienten Feierabenddrink zu uns nehmen muessen.


Am naechsten Tag geht es weiter ins bekannte Namche Bazaar und am letzten Tag in einem anstrengenden Tagesmarsch in 7 bis 8 Stunden gleich runter bis nach Lukla.


Am Abend bitten wir unseren Guide Cheering natuerlich noch uns seine Lieblingsbar in seinem Heimatort zu zeigen...dort spielt auch eine Live Band...alle in Daunjacken und dicken Klamotten!!! Ja so ist das hier!!!


Natuerlich wollen wir Cheering auf nen Drink einladen und geben ihm die Karte...ein Bier moechte er nicht...er habe wie die letzten Tag auch immer noch Probleme mit dem Magen da sei ein Bier ja nicht so gut...


Nach laengerem Studium der Getraekekarte entscheidet er sich fuer einen White Irgendwass...einen Drink mit Mango und Ananassaft...und Vodka und Gin und noch irgendeinem Likoer...


O.k.???


Da auch noch Happy Hour ist kriegt er gleich zwei Glaeser dieses koestlichen Cocktails!!!


Am naechsten Morgen beim Fruehstueck erzaehlt er dann das seine Saefte ja gestern irgendwie in bisschen bitter geschmeckt haben und er sich irgendwie auch komisch gefuehlt hat....ach ja???


Nach zwei Cocktails irgendwie normal!!!


Anscheinend konnte er auf der Karte gerade einmal irgendwas von Mango lesen und dachte das DAS bestimmt genau das Richtige fuer seinen Magen ist...Suess!!!


Den Abend hat es uebrigens noch angefangen wie aus Eimern zu regnen!!! Wie gut das wir jetzt nicht mehr auf dem Trek sind!!! Da ich nur meinen Fleece dabeihabe geht Agnes im naechsten Shop einkaufen und bastelt mir ein Survivalcape fuer den Rueckweg zur Lodge...


Am naechsten Tag steht der Rueckflug nach Kathmandu an...ohne Worte...alles beim alten!!!


Ihr habt den 11 Uhr Flug...neee doch nicht...vielleicht spaeter...nein heute auf gar keinen Fall...Ihr fliegt erst in 3 Tagen...und und und...immer wieder kommt ein zwielichtiger Vermittler direkt ueber das Rollfeld an den Flughafenzaun direkt vor unserem Hostel gerannt...es werden Geldscheine getauscht...und und und...dann ziehen Wolken ein...der Flughafen wird fuer ein paar Stunden gesperrt...und und und....kostet alles nerven ohne Ende!!!


Wieder Anrufe in Kathmandu bei unserer Argentur...Beschweren beschweren beschweren...der arme Cheering wird zur Airline Office geschickt und ploetzlich muessen wir sofort los zum Flughafen im laufschritt...


Tara Airlines schickt noch 2 Maschinen die noch einige Leute ausfliegen sollen...


Ehe wir und versehen sitzten wir schon wieder in so ner kleinen Maschine und rollen die 460 meter Runwayrutsche hinab um ins Tal geschleudert zu werden...


Im Sonnenuntergang, teilweise nur ein paar hundert meter ueber die gruenen Bergkaemme fliegen wir dem Internationalen Airport von Kathmandu entgegen...


Wir haetten beide nie gedacht das wir uns irgendwann eimal so freuen wuerden wieder in Kathmandu zu sein...









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