Allgemeines zu Gambia II
Trip Start
Sep 26, 2008
1
10
71
Trip End
Jul 22, 2009
Da die letzten Tage nicht viel passiert ist, ich aber Lust habe was zu schreiben, kommt hier noch die ein oder andere Kleinigkeit zu Gambia...
In letzter Zeit hab ich ja oft uebers Wetter geschrieben. Mal Regen, mal Sonne, aber immer heiss. Das liegt daran, dass gerade die Regenzeit in die Trockenzeit uebergeht. Winter, Sommer, Herbst und Fruehling gibts im tropischen Afrika naemlich nicht, sondern nur diese beiden Jahreszeiten. Die Regenzeit ist gekennzeichnet von extrem hohem Niederschlag, hohen Temperaturen und damit auch hoher Luftfeuchtigkeit. Es gibt Massen an Moskitos, viele ungeteerte Strassen sind ueberschwemmt und die Vegetation blueht an allen Ecken und Enden. Die Trockenzeit auf der anderen Seite weist praktisch keinen Niederschlag und vor allem in Westafrika sogar ganz angenehme Temperaturen auf. Letzteres ist auf den so genannten Harmattan zurueckzufuehren, einen sandigen Wind, der von der Sahara im Norden aus ueber diesen Teil des Kontinents blaest und von November bis Februar fuer etwas Entlastung bei den Temperaturen sorgt. Die Sichtweite und damit auch die Sonneneinstrahlung ist waehrend diesen Monaten stark eingeschraenkt, da die Luft voller Sand ist und somit alles ziemlich diesig erscheint. Damit haben wir auch eines der Hauptprobleme Tourismus in Westafrika angesprochen: Die wirklich "perfekte" Zeit hierher zu kommen ist sehr knapp bemessen, da es die ganze Regenzeit ueber schifft wie Sau, waehrend man im Grossteil der Trockenzeit zum Teil nur ein paar Dutzend Meter weit sieht (zum Fotografieren also voellig ungeeignet). Hier in Gambia befinde ich mich gerade in dieser perfekten Reisezeit, doch man merkt schon jetzt, dass es morgens etwas kuehler ist als sonst, was schon das erste Anzeichen des diesjaehrigen Harmattans ist.
Wann genau Regen- bzw. Trockenzeit auftreten, ist in Afrika von Region zu Region unterschiedlich. Hier in Gambia - wie im Grossteil Westafrikas - ist das ziemlich klar aufgeteilt: Regenzeit von April bis September, Trockenzeit von Oktober bis Maerz. Andere Teile des Kontinents haben aber mehrere Wechsel pro Jahr.
Die Waehrung hier ist der nicht gerade bekannte und vom finanziellen Standpunkt aus gesehen auch nicht sehr starke Dalasi. Im Umlauf sind Muenzen im Wert von D1 und Noten im Wert von D5, D10, D25, D50 und D100. Aufteilen tut er sich in 100 Bututs, von denen ich aber bisher nur Fuenfziger-Muenzen gesehen habe. Der aktuelle Wechselkurs betraegt ziemlich genau EUR1=D30. Ihr koennt euch also vorstellen, mit was fuer einem fetten Buendel 100-Dalasis-Scheine man rumlaeuft, wenn man mal etwas mehr ausgeben will!
Was ich schon oefters an dieser Stelle schreiben wollte, mir dann am Ende aber immer wieder entfallen ist, ist die Tatsache, dass Gambia ein Einwandererland ist. Grob geschaetzt wuerde ich sagen, dass etwa die Haelfte der Menschen, denen ich hier mittlerweile begegnet bin, keine gebuertigen Gambianer sind. Stattdessen hier massig Leute aus Nigeria rum, was zwei Gruende hat: Erstens ist Nigeria - das Land mit der groessten Population Afrikas - hoffnungslos ueberbevoelkert und die meisten Leute dort versuchen einfach nur, woanders in der Region Arbeit zu finden, und zweitens kommen viele Eliten aus diesem Land, was die Regierung in Gambia dazu verleitet hat, moeglichst viele von selbigen herzulocken. Ein weiterer grosser Teil der Nicht-Gambianer machen Einwanderer aus dem Senegal aus - keine Ueberraschung, wenn man sich die Karte anschaut. Fast ebenso zahlreich sind Leute aus Guinea, wobei ich hierfuer keine besonderen Gruende finden konnte. Weitere Immigranten kommen ausserdem aus Mali, Sierra Leone und den Kapverden.
Ein ziemlich gutes Beispiel ist das Paar, bei den ich lebe: Binta kommt aus dem Senegal und Chris aus Nigeria, wobei er auch schon laengere Zeit auf den Kapverden verbracht hat. Nix mit Gambia also. Ein anderes Beispiel ist mein Anwalt Bola, dessen Eltern aus Sierra Leone und Gambia stammen, er selber aber in England geboren und teilweise aufgewachsen ist. Die Einwohner Gambias sind also schon ziemlich rumgekommen.
Meine Zeit laeuft ab, deshalb mach ich wieder Schluss. Auch wenns noch genug zu Schreiben gaebe. =)
Brisko
In letzter Zeit hab ich ja oft uebers Wetter geschrieben. Mal Regen, mal Sonne, aber immer heiss. Das liegt daran, dass gerade die Regenzeit in die Trockenzeit uebergeht. Winter, Sommer, Herbst und Fruehling gibts im tropischen Afrika naemlich nicht, sondern nur diese beiden Jahreszeiten. Die Regenzeit ist gekennzeichnet von extrem hohem Niederschlag, hohen Temperaturen und damit auch hoher Luftfeuchtigkeit. Es gibt Massen an Moskitos, viele ungeteerte Strassen sind ueberschwemmt und die Vegetation blueht an allen Ecken und Enden. Die Trockenzeit auf der anderen Seite weist praktisch keinen Niederschlag und vor allem in Westafrika sogar ganz angenehme Temperaturen auf. Letzteres ist auf den so genannten Harmattan zurueckzufuehren, einen sandigen Wind, der von der Sahara im Norden aus ueber diesen Teil des Kontinents blaest und von November bis Februar fuer etwas Entlastung bei den Temperaturen sorgt. Die Sichtweite und damit auch die Sonneneinstrahlung ist waehrend diesen Monaten stark eingeschraenkt, da die Luft voller Sand ist und somit alles ziemlich diesig erscheint. Damit haben wir auch eines der Hauptprobleme Tourismus in Westafrika angesprochen: Die wirklich "perfekte" Zeit hierher zu kommen ist sehr knapp bemessen, da es die ganze Regenzeit ueber schifft wie Sau, waehrend man im Grossteil der Trockenzeit zum Teil nur ein paar Dutzend Meter weit sieht (zum Fotografieren also voellig ungeeignet). Hier in Gambia befinde ich mich gerade in dieser perfekten Reisezeit, doch man merkt schon jetzt, dass es morgens etwas kuehler ist als sonst, was schon das erste Anzeichen des diesjaehrigen Harmattans ist.
Wann genau Regen- bzw. Trockenzeit auftreten, ist in Afrika von Region zu Region unterschiedlich. Hier in Gambia - wie im Grossteil Westafrikas - ist das ziemlich klar aufgeteilt: Regenzeit von April bis September, Trockenzeit von Oktober bis Maerz. Andere Teile des Kontinents haben aber mehrere Wechsel pro Jahr.
Die Waehrung hier ist der nicht gerade bekannte und vom finanziellen Standpunkt aus gesehen auch nicht sehr starke Dalasi. Im Umlauf sind Muenzen im Wert von D1 und Noten im Wert von D5, D10, D25, D50 und D100. Aufteilen tut er sich in 100 Bututs, von denen ich aber bisher nur Fuenfziger-Muenzen gesehen habe. Der aktuelle Wechselkurs betraegt ziemlich genau EUR1=D30. Ihr koennt euch also vorstellen, mit was fuer einem fetten Buendel 100-Dalasis-Scheine man rumlaeuft, wenn man mal etwas mehr ausgeben will!
Was ich schon oefters an dieser Stelle schreiben wollte, mir dann am Ende aber immer wieder entfallen ist, ist die Tatsache, dass Gambia ein Einwandererland ist. Grob geschaetzt wuerde ich sagen, dass etwa die Haelfte der Menschen, denen ich hier mittlerweile begegnet bin, keine gebuertigen Gambianer sind. Stattdessen hier massig Leute aus Nigeria rum, was zwei Gruende hat: Erstens ist Nigeria - das Land mit der groessten Population Afrikas - hoffnungslos ueberbevoelkert und die meisten Leute dort versuchen einfach nur, woanders in der Region Arbeit zu finden, und zweitens kommen viele Eliten aus diesem Land, was die Regierung in Gambia dazu verleitet hat, moeglichst viele von selbigen herzulocken. Ein weiterer grosser Teil der Nicht-Gambianer machen Einwanderer aus dem Senegal aus - keine Ueberraschung, wenn man sich die Karte anschaut. Fast ebenso zahlreich sind Leute aus Guinea, wobei ich hierfuer keine besonderen Gruende finden konnte. Weitere Immigranten kommen ausserdem aus Mali, Sierra Leone und den Kapverden.
Ein ziemlich gutes Beispiel ist das Paar, bei den ich lebe: Binta kommt aus dem Senegal und Chris aus Nigeria, wobei er auch schon laengere Zeit auf den Kapverden verbracht hat. Nix mit Gambia also. Ein anderes Beispiel ist mein Anwalt Bola, dessen Eltern aus Sierra Leone und Gambia stammen, er selber aber in England geboren und teilweise aufgewachsen ist. Die Einwohner Gambias sind also schon ziemlich rumgekommen.
Meine Zeit laeuft ab, deshalb mach ich wieder Schluss. Auch wenns noch genug zu Schreiben gaebe. =)
Brisko


