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<title>dawei&#x27;s TravelStream&#x2122; &#x2014; Recent TravelPod.com entries</title>
<description>TravelStream&#x2122; news feed for member dawei on TravelPod&#x27;s free travel blogs service</description>
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<copyright>Copyright &#xA9;2010 TravelPod.com</copyright>
<pubDate>Tue, 03 Jun 2008 02:28:24 -0400</pubDate>
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    <title>Der letzte Feierabend... &#x2014; Tainan, Taiwan</title>
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    <pubDate>Tue, 03 Jun 2008 02:28:24 -0400</pubDate>
    <description>One year Taiwan - Ilha Formosa R.O.C.Ks</description>
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        <b>Tainan, Taiwan</b><br /><br />Alles was eine Anfang hat, hat auch ein Ende...so ist jetzt mein FSJ in Taiwan nach gut 10 Monaten auch (schon) vorbei (denn die Zeit verging wirklich rasant). <br> <br><b>Der letzte Tag in meinem Projekt</b> war wirklich ein sehr herzlicher und ein bisschen herzzerreissender Abschied. Im Kindergarten wurden alle ca. 270 kleinen Stepkes zusammengetrommelt und sie haben fuer mich ein Abschiedslied gesungen, wir haben noch ein letztes mal zusammen getanzt, es gab sogar eine Bildershow in der wir gemeinsam das ganze Jahr noch einmal revue passieren lassen konnten und da sind einigen Kids doch tatsaechlich die Traenen gekommen. Ich habe sie alle noch mal einzeln (fast 300!!) in den Arm genommen und es war alles wirklich sehr suess und lieb von ihnen. Zur Erinnerung habe ich noch ein ganz nettes Photoalbum bekommen, aber auch so habe ich diese ganzen, ausgesprochen netten und freundlichen Menschen in mein Herz geschlossen und werde sie nicht mehr vergessen. <br>Auch die Presse war, ohne dass ich es davor wusste, anwesend, was ich nicht so toll fand, weil das Projekt eben Werbung machen wollte, doch es hat mich auch nicht weiter gestoert und auch im Internet ist ein Artikel unter  zu sehen, aber ich weiss nicht, wie lange dieser Link noch funktioniert. <br> <br><b>Nachmittags</b> habe ich dann mit Spielen, Abschlussphotos und ein bisschen was Suessem die letzten Englischstunden gehlaten. Und am Abend gab es noch ein kleines Abendessen mit den Mitarbeitern aus dem Buero, bevor ich dann schliesslich in einen letzten, langen Feirabend gegangen bin. <br> <br>Im Nachhineien kann ich mich wohl sehr gluecklich damit schaetzen, hier in Taiwan im YMCA gelandete zu sein, um mein FSJ zu machen. Das war wohl fuer mich mit Abstand eine der besten Alternativen zu Bund oder Zivi, denn ich habe wirklich eine Menge gesehen und erlebt, es gab keine groesseren Probleme, die Leute waren ausgesprochen nett und ich denke, dieses Jahr hat sich voll und ganz gelohnt. <br> <br><br>Am folgendne Wochenende hatten wir dann unser <b>"Final Camp" des ICYE</b>, das wir in Taidong, an der Ostkueste verbracht haben. Es hat zwar geregnet, aber das konnte unsere gute Laune angesichts der Tatsache, dass wir jetzt mit dem FSJ fertig sind nicht trueben. In einem Bilderbuch Hotel am Meer mit Kokospalmen und Swimming Pool haben wir es uns gut gehen lassen. Einen Tag lang sind wir mit <b>Aboriginies</b> fischen und wilde Kraeuter sammeln gegangen, haben zusammen gegessen (unter anderem Schnecken und Seegras...) und haben zusammen Armreifen geflochten - allerdings leben die Aboriginies nicht mehr wirklich urspreunglich, sondern fuehren nur hier und dort noch ihre alten Techniken weiter, aber es war dennoch ein schoener Tag. <br>Eigentlich haetten wir einige Diskussionsrunden haben sollen, aber wir waren einfach nicht in der Stimmung sofort lang und breit ueber das gerade abgschlossene FSJ zu reden, doch untereinander haben wir viel einfach so ueber das vergangene Jahr gequatscht. <br> <br><br>Ich selbst bin ehrlichgesagt auch ziemlich froh dareuber, dass es jetzt vorbei ist. Es ist fuer mich jedenfalls nicht einfach, mit den kleinen Kindern zu arbeiten, zumal sie eine ganz andere Sprache sprechen. Es gab oft momente, wo es mich viel Ueberwindung gekostet hat, mit einem Laecheln auf den Lippen dort alles mitzumachen und weiterzumachen, wo ich aber dennoch die Minuten gezaehlt habe, bis zum Feierabend. Dennoch war es eine bereichernde Erfahrung und auch fuer das Projekt war es wohl eine Bereicherung, dass ich dort war und die Kinder haben mich sehr gerne gehabt und diese Waerme und Menschlichkeit die ich die ganze Zeit ueber erlebt habe, war wirklich etwas ganz besonderes, das ich hoffentlich noch lange weitertragen und weitergeben kann.<br />
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    <title>FSJ - Freiwillig und Sozial ein Jahr arbeiten... &#x2014; Tainan, Taiwan</title>
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    <pubDate>Thu, 08 May 2008 03:07:14 -0400</pubDate>
    <description>One year Taiwan - Ilha Formosa R.O.C.Ks</description>
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        <b>Tainan, Taiwan</b><br /><br />Das FSJ ist bald um und nun kann ich zurueckschauen auf fast <b>ein Jahr Arbeit als Freiwilliger</b>. Ich habe mich aus freien Stuecken dafuer entschieden, diesen Dienst zu machen und in einer sozialen Einrichtung Erfahrung zu sammeln. <br> <br>Mit <b>viel Elan</b> bin ich anfangs rangegangen und das hat man offensichtlich auch gemerkt, denn nicht selten habe ich gehoert, dass ich mit "viel Herz" bei der Sache bin und eine gute Arbeitshaltung habe. Die Leute sind auch wirklich von anfang an sehr offen auf mich zugegangen, haben immer meine Fragen beantwortet und versucht mich so gut es ging zu unterstuetzen. Denn gerade am Anfang musste ich feststellen, dass die <b>Sprache</b> doch ein sehr, sehr grosses Hindernis ist, denn mit den meisten Mitarbeitern und vor allem auch mit den Kindern konnte ich so gut wie gar nicht kommunizieren, so dass mir oft einfach die Haende gebunden waren. Nachdem ich mich dann auf Chinesisch verstaendigen konnte, war alles um Welten leichter und alles hat viel Spass gemacht, egal um was es sich gehandelt hat. <br> <br>Es war das erste mal, dass ich einen "richtigen" <b>Arbeitstag</b> hatte, von 8:30 bis um 18:00 mit 1,5h Mittagspause. Feierabends bin ich dann meistens auch relativ schlapp und eine lange Zeit war ich auch morgens immer totmuede, weil es wirklich gewoehnungsbedurftig ist, den ganzen Tag eine Horde Kids um sich herum zu haben. Es hat zwar ziemlich lange gedauert, aber mittlerweile geht das zum Glueck schon viel besser. <br> <br>Die <b>Arbeitsatmosphaere</b> ist hier wirklich ausgesprochen gut. Die Mitarbeiter, ob im Kindergarten oder Kinder-Zentrum sind sehr nett. Wir konnten offen miteinander reden, Unterricht und Aktionen wunderbar miteinander besprechen und vorbereiten und uns gegenseitig unterstuetzen. Es war immer fuer beide interessant, weil wir aus anderen Kulturkreisen kommen und eine ander Perspektive auf die Sache haben, so dass eigentlich immer etwas ganz spannendes herausgekommen ist. <br>Auch mit all den anderen Leuten hier, wie der Chefin, den Buero-Angestellten, den Koechinnen und dem Hausmeister habe ich wirklich ein gutes Verhaeltnis, wir gruessen immer mit einem froehlichen Laecheln und machen hier und da small-talk. Tatsaechlich kann ich kaum einmal quer durch das Gebaeude laufen, ohne ein oder zweimal mit jemandem ein paar Worte zu wechseln und zu plaudern.<br>Es kam aber doch immer sehr auf die Mitarbeiter an, denn mit manchen Lehrerinnen konnte ich kaum ein Wort wechseln und es war wirklich langweilig, wohingegen ich mit anderen viel gequatscht habe und auch sehr viel mehr zu ihrem Unterricht beigetragen habe, so dass es wirklich Spass gemacht hat. <br> <br>Allerdings gab es auch einige Tage, an denen es wirklich <b>Ueberwindung</b> gekostet hat, ins Projekt zu gehen und es war ein bisschen ne <b>Quaelerei</b>. Die Kinder sind zwar unglaublich suess, sie koennen manchmal aber auch kleine Teufelchen sein - gerade dann auch sehr suess, aber anstrengend.... Und wenn sie einem jeden Tag den Namen hinterherrufen und wegen irgendwelchen Kleinigkeiten antanzen - alles lieb gemeint, aber zu hunderten (im wahrsten Sinne des Wortes), dann kostet es schon Ueberwindung, ihnen immer wieder mit einem Laecheln auf den Lippen Aufmerksam zu schenken. Im Kindergarten war es ausserdem oft auch ziemlich langweilig, weil ich ohne Chinesischkenntnis und als einfacher Frewilliger einfach nur daneben sitzen und Daeumchen drehen konnte. <br>Auch im Englischunterricht kostet es unglaublich viel Energie, die Kids entweder aus ihrer Lethargie zu motivieren oder noch viel eher, ihre ueberschaeumende Energie auf einem angemessenen Mass in die entsprechende Richtung zu lenken. <br>So interessant es auch zweifellos war, habe ich doch herausgefunden, dass diese Arbeit mir nicht ausgesprochen liegt und mir im Allgemeinen nur begrenzt Spass macht, so dass ich jetzt auch wirklich, wirklich froh bin, dass ich bald fertig bin. <br>Ich bin jedoch nur Freiwilliger, so dass ich keine besonders grosse Verantwortung oder Druck hatte und alles ein wenig entspannter war. <br>Es waere jetzt auch spannend fuer mich, eine gewisse Zeit mit alten Menschen zu arbeiten (eine kuerzere Zeit und auch nur als Freiwilliger J) um zu sehen, wie mir diese Taetigkeit gefaellt. Ich denke, ich kann jetzt auch ganz anders an eine solche neue Aufgabe herangehen, weil ich mich selbst viel besser kenne und einen Vergleich zu der Jugendarbeit habe. <br> <br>Im Laufe des Jahres habe ich ganz deutlich gemerkt, <b>wie ich dazu lerne</b>, zu unterrichten und mit Kindern umzugehen. Anfangs hatte ich nur eine ganz vage Vorstellung davon, doch jetzt weiss ich mehr oder weniger, was die Kids moegen oder nicht, was man mit ihnen spielen kann und ich habe eine Vorstellung davon, wie man sie in den ganzen Kleinigkeiten des Alltags erziehen kann und worauf es ankommt. Das alles ist zwar nicht sehr professionell und mir es passiert mir immer noch, dass ich nicht genau weiss, was ich am besten machen soll, aber ich habe gerade dadurch dass ich viel ausprobiert habe, auch viel gesehen und viele Erfahrungen gemacht. <br>Es wuerde mich mal interessieren, in Zukunft wieder eine Jugendgruppe zu leiten, mit der ich deutsch sprechen kann und wenn ich mit anderen, gleichaltrigen Gruppenleitern zusammen arbeiten kann. <br> <br><b>Alles in allem</b> also war dieses Jahr eine sehr interssante Erfahrung und letztlich lernt man ja auch am meisten aus den Problemen und aus den Schwierigkeiten, mit denen man zu kaempfen hat. Obwohl ich mir streckenweise gewuenscht habe, die Uhr vorzudrenen und es ein bisschen eine Quaelerei war, hab ich dennoch auch sehr viele <b>schoene Erinnerungen</b> an die froehlichen, lachenden Kinder und die schoenen Momente, die ich mit ihnen erlebt habe. Dadurch bin auch ich ein Stueck weiter gekommen und habe einen ganz anderen, vielleicht ein bisschen "verstaendigeren" Blickwinkel auf die junge Generation und auf den Menschen allgemein bekommen. <br>Es wird ein ziemlich abrupter Stopp werden, wenn ich schliesslich aufhoere hier zu sein und es wuerde mich interessieren, was in Zukunft aus den Kleinen wird, wie sie sich entwickeln und zu wem sie in ein paar Jahren geworden sind. <br>Das werde ich zwar nie erfahren, aber ich habe sie doch auch so in mein Herz geschlossen, mit all der Zuneigung die sie mir entgegengebracht haben und ich werde sie nicht vergessen und wunesche ihnen fuer die Zukunft alles Gute.<br />
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    <title>Vitamin A - Aktionstage &#x2014; Tainan, Taiwan</title>
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    <pubDate>Thu, 08 May 2008 03:01:51 -0400</pubDate>
    <description>One year Taiwan - Ilha Formosa R.O.C.Ks</description>
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        <b>Tainan, Taiwan</b><br /><br />Im Laufe des Jahres habe ich zu verschiedenen Anlaessen immer wieder kleine spezial Aktionen mit den Kindern gemacht. <br> <br> <br>Das erste mal war am 21. September, dem <b>Weltfriedenstag</b></b>. Dazu haben wir eine grosse Plakatwand mit dem Paece-Symbol und Friedenstauben gebastelt, sowie mit den Kids auf ihrem Niveau ueber das Thema gesprochen. Dieses Datum ist zuvaelligerweise mit einer grossen Erdbebenkatastrophe in Taiwan identisch, so dass ich oft gehoert habe, der 21. 9. habe durch den Weltfriedenstag eine ganz neue, positive Bedeutung bekommen. <br> <br>Fuer die Sommerferienaktion habe ich den Englisch-Teil uebernommen und mit den Jugendlichen z.B. "Yellow Submarine" gesungen aber vor allem habe ich die "<b>Tainan Highland Games</b>"</b> veranstaltet. Nach einer kleinen Einfuehrung ueber Schottland und die Highland Games ging es nach draussen zum Baumstammstossen, Steinwerfen, Rueckwaerts-Wettrennen und Seilziehen. <br> <br>Zu <b>Weihnachten</b></b> habe ich mich als <b>Nikolaus</b> verkleidet um eine "etwas andere", skurile Weihnachtsgeschichte von einem japanischen Autor vorzulesen. Das war das erste mal, dass ich auf chinesisch eine Geschichte erzaehlt habe. Wie auch bei uns haben die Kleinen den alten Mann mit dem schneeweissen Bart sehr gerne gehabt und wenn ich Moeglichkeit habe wuerde ich gerne wieder in den roten Mantel schluepfen.<br>Ausserdem haben wir im Kindergarten und im Englischunterricht <b>Weihnachtsplaetzchen</b> nach Mutters Rezept gebacken. Der Duft ist damals durch den ganzen KiGa gezogen und es hat allen einen riesen Spass gemacht. <br> <br>In den Winterferien habe ich einen <b>Tanz-Workshop</b></b> gahalten. Ersteinmal habe ich per DVD die verschiedensten Taenze wie Ballett, Step, Latein, Modern, etc. vorgestellt, die viele noch nie gesehen haben und es gab viele aaahs und oohs. Und dann ging es selbst aufs Parkett, ein bisschen Musikgefuehl mit ganz freien Bewegungen, ein bisschen schwitzen mit Aerobic und der Walzer ist eben "standart" und durte nicht fehlen. <br> <br>Zu <b>Ostern</b></b> waren gerade meine Eltern zu besuch und so haben wir zusammen eine Ostereier-Mal Aktion gestartet. Die "grossen" (sprich Lehrerinnen) haben echte Eier ausgepustet und angepinselt, waehrend die Kinder farbenfrohe Papiereier gefertigt haben. Und schliesslich stand der erste Osterstraus ever hier im YMCA. <br> <br>Zu meinem 20. <b>Geburtstag</b></b> am 1. Mai habe ich mich an meine ganzen, netten Kindergeburtstage erinnert und so ging es los mit Topfschlagen im Grossformat fuer 60 Kids. Als Belohnung gab es dafuer ein paar echte deutsche Haribo Gummibaerchen und tatsaechlich machten sie Kinder froh und Erwachsene eben so. <br> <br>Zu verschiedenen Gelegenheiten habe ich auch immer wieder von <b>Deutschland</b></b> erzaehlt. Wie wir die Feste (Weihnachten, Ostern, Geburtstag) feiern zum Beispiel oder ich habe unsere Kinderspiele, wie Brennball oder Eierlauf eingefuehrt. Oefters habe ich auch Bilder ueber alles moegliche rund um Deutschland gezeigt, wie zum Beispiel unsere Gebaeude (Fachwerk, Kathedralen und Burgen - alles sehr exotischJ) oder einfach einen Rundumschlag mit Essen und Trinken, Kultur und Brauchtuemern, Bildern von mir in jungen Jahren, etc. Am meisten beeindruckt waren die Kleinen immer, wenn sie Schnee gesehen haben, aber im Grunde war fuer sie alles sehr fremd und sehr besonders. <br> <br> <br>Durch diese ganzen kleinen und grossen Extras habe ich dem Jahr seine besondere Wuerze gegeben. Es war sowohl fuer mich eine nette <b>Abwechslung</b></b>, als auch etwas Besonderes fuer die Leute hier. Die Kinder haben dadurch eine wage Vorstellung bekommen, was Deutschland ist und verbinden (fuer sie) ganz aussergewoehliche Sachen mit "Dawei Gege" ("grosser Bruder David", so werde ich hier genannt). Und auch fuer die Lehrerinnen war es immer interessant, etwas neues zu sehen und zu erfahren und sie haben mich immer ganz grossartig darin unterstuetzt, meine Ideen umzusetzen. <br>Zum Weltfriedenstag und zu Ostern ist dann sogar die <b>Presse</b></b> angerueckt und wir hatten prompt Artikel mit Photo in drei taiwanesischen Tageszeitungen. Es war also wirklich fuer alle ausgesprochen nett, dass hier ein deutscher Freiwilliger sein Unwesen im Kindergarten treibt.<br />
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    <title>Meine Arbeitsstelle &#x2014; Tainan, Taiwan</title>
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    <pubDate>Tue, 06 May 2008 02:22:38 -0400</pubDate>
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        <b>Tainan, Taiwan</b><br /><br />Mein Projekt wird landlaeufig auch als <b>YMCA</b> (Young Mens Christian Association) bezeichnet. YMCA ist der Name einer, mitlwerweile weltweiten, sozialen Organisation, die aus den verschiedenen Nationalverbaenden besteht und ueberkonfesstinell christilch ist. Hier in Taiwan ist der YMCA Tainan die zentrale Stelle und in Tainan unterhaelt er 3 Jugendhaueser (u.a. mein Projekt) und ein Altersheim. <br>Die Mitarbeiter sind zumeist christlich, doch merkt man das im praktischen Unterricht so gut wie gar nicht, ausser dass die Direktorin bei grossen Veranstaltungen ein kleines Gebet spricht. Die Organisation steht letztlich aber fuer jederman offen. <br> <br>In meinem Pojekt ist auch der zentrale Sitz der <b>Sozialarbeit</b>, wobei der Schwerpunkt dieser Arbeit darin liegt, Kindern aus schwierigen und sozial schwachen Familien Hilfestellung zu geben. Ich selbst habe mit diesem Bereich nichts zu tun, bekomme jedoch periphaer mit, dass die Sozialarbeiter Besuche in den Familien machen, Betreuung in Schulen leiten und Aktivitaetstage veranstalten. <br>Ausserdem werden die Raume von der Stadtverwaltung Tainan gestellt, so dass die Kosten fuer die Schueler wesentlich guenstiger sind, als in privaten Kindergaerten oder Nachmittagsschulen und dementsprechend viele Kinder aus nicht so wohlhabenden Familien stammen. <br> <br>Das Projekt gliedert sich in drei Bereiche: <br> <br>-         der <b>Kindergarten</b>, bzw. Kindertagesstaette. Die Kinder sind dort zwischen 3 und 6 Jahre alt und unteteilt in 2 Kleinkinderklassen, 2 Klein-Klassen, 3 Mittel-Klassen und 3 Grossklassen (jeweils mit 30 Kindern, also insgesamt rund 270 Kinder), die jeweils von 2 Lehrerinnen betreut werden. Das besondere daran ist, dass in jeder Klasse ein Kind mit Verhaltensstoerungen ist, das jedoch in die Klassengemeinschaft eingegliedert wird und ausserdem profesionellen Spezialunterricht bekommt. <br> <br>-         das <b>Kinder-Zentrum:</b> das ist eine Nachmittagsschule mit Hausaufgabenbetreuung sowie eine Englisch-Nachmittagsschule (Anshinban, Bushiban) fuer Kinder der taiwanesischen "Grundschule" (also zwischen 6 und 13). Die Kinder werden nach Schulschluss mittags oder nachmittags abgeholt, essen je nach Zeit hier mittag und einen Nachmittagssnack. Zwischen 5.00 und 6.00 haben sie aus und werden dann i.d.R. von ihren Eltern abgehotl. Der Unterricht besteht aus allerlei Faechern, vor allem Chinesisch, aber z.B. auch Kunst und Mathematik.<br> <br>-         Der <b>Kinder-Park</b>: Auf 2 Stockwerken befinden sich verschiedene Freizeitraeume fuer Kinder mit allerlei Spiel- und Lernmoeglichkeiten. Dort gibt es z.B. einen Kletter- und Krakzelraum (mit Klettergeruest), einen Ball-Pool, Spielkueche, dunkel Labyrinth, ein Wissenschaftsraum, eine Ausstellung mit Kinderspielzeugen und zu verschiedenen Kulturen diser Welt, eine Bibliothek mit Computerraum und einen grossen Saal fuer verschiedene Aktionen. Dort werden z.B. Ferienaktionen durchgefuehrt, Theater gespielt, etc. Mit dem Kinder-Park habe ich jedoch nichts weiter zu tun. <br> <br>Ich finde, der YMCA hier ist wirklich sehr gut gefuehrt und alle Mitarbeiter machen ihre Arbeit sehr gerne. Im Kindergarten muessen die Kinder aufgrund der Klassenstaerke sehr disziplieniert und artig sein und werden auch dahin gedrillt. Allerdings haben sie auch draussen die Moeglichkeit auf einem grossen Spielplatz zu spielen, sie machen viele nette Bastelaktionen, ab und zu auch Ausfluege, haben woechentlich richtigen Sportunterricht und es es sieht wirklich nett aus. Die Kindergaertnerinnen haben hier wirklich einen stressigen Job mit langen Arbeitszeiten und zusaetzlicher Vor- und Nachbereitungszeit zu Hause, aber sie leisten in meinen Augen auch wirklich grossartiges und machen alles mit viel Liebe fuer die Kleinen. <br><br>Auch im Kinder-Zentrum und -Park Bereich ist fuer die Kinder wirklich etwas geboten und es herrscht nicht die typisch taiwanesische Drill- und Paukhaltung, die den Kindern schon frueh ihrer Kindheit beraubt, sondern alles wird eher auf die Kinder als Kinder ausgerichtet. Ich habe nicht das Gefuehl, dass die Leute hier sehr gestresst unter Hochdruck arbeiten, sondern oft auch waehrend der Arbeitszeit einfach plaudern und es lustig haben und es gibt auch eine Jobberin, die z.B. nur fuer die nette Gestaltung der Raeume und die Deko zustaendig ist, so dass auch hier die Arbeit echt gut gemacht werden kann. <br>Natuerlich gibt es auch hier ein paar Schwachstellen, angefangen beim Gebauede, das als solches nicht sehr viel her gibt und es gibt, wie ueberall in Taiwan etliche "Schmuddelecken" und das Dach ist nicht dicht...so etwas waere bei uns eben undenkbar. Ausserdem gibt es auch hier die ein oder andere Lehrerin, die eher missmutig und lustlos ist oder einfach nicht so gut ausgebildet. <br><br>Alles in allem ist es aber wirklich ein sehr gutes Projekt und es ist sehr interessant ein Jahr hier zu sein und Einblicke in die verschiedenn Bereiche der sozialen Kinder- und Jugendarbeit zu bekommen.<br />
    ]]></content:encoded>
</item><item>
    <title>Politik - junge Republik noch nicht ausgeflogen &#x2014; Tainan, Taiwan</title>
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    <pubDate>Mon, 05 May 2008 03:43:53 -0400</pubDate>
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        <b>Tainan, Taiwan</b><br /><br />Politik ist hier, so weit ich das oberflaechlich mitbekomme, eher ein untergeordnetes Thema. Ich erlebe es ganz selten, dass die Leute beim Mittagstisch oder zu Hause ueber die Tagespolitik, geschweige denn ueber Weltpolitik diskutieren. Das liegt allerdings daran, dass Politik hier wohl ein sehr kontroverses und emotionaeles Thema ist, so dass es bei der Arbeit tabu ist, darueber zu sprechen. Auch in der Oeffentlichkeit wird das nicht erwaehnt, denn es sei "gefaehrlich", aber besonders zu Hause guckt man im TV oft die Politik-Programme und redet viel darueber. <br>Anfangs dachte ich auch, die "China-Frage" sei viel presenter, doch man spuert dies hier in der Oeffentlichkeit ebensowenig. Die "China-Frage" ist die politische Zwickmuehle, ob Taiwan offiziell als souveraener Staat anerkannt wird, oder nicht. Die Volksrepublik sieht Taiwan nach wie vor als abtruennige Provinz, also als Teil des Reiches und hat ziemlich viele Raketen auf die Insel gerichtet. Um es sich mit der VR nicht zu verscherzen gibt es auch so gut wie kein Land (ausser ganz kleine Afrikanische und Suedamerikanische Staaten), das mit Taiwan offizielle diplomatische Kontakte hat; so wie auch Deutschland nur Handelsbeziehungen mit Taiwan hegt, und es die Republik China (kurz ROC = Taiwan) hat keinen Sitz in der UN. Nachdem hier jedoch ein komplett selbststaendiger und funktionierender Staatsapperat vorhanden ist, eine Demokratie wohlgemerkt, gilt die ROC als "defakto souveraener Staat". Alle Taiwanesen sind sich eigentlich einig, dass die ROC souveraen sein sollte, nur sind manche dafuer, dass man das offen fordern muss, wohingegen andere den friedlichen status quo bevorzugen und diese praktischen Unabhaengigkeit risikolos aufrecht erhalten wollen. <br> <br>Im April waren dann auch Praesidentschaftswahlen, wobei die DDP (Democratic Development Party, letztes Jahr an der Regierung) und die KMT (Kuomintang) zur Wahl standen. (Dei Wahl war am Geburtstag meines Vaters, der gerade hier in Taiwan war und prompt wurde er ein paar mal scherzhaft, im Guten wie im Schlechten, fuer das Ergebnis der Wahl verantwortlich gemacht :). Wie alles hier, war der Wahlkampf sehr trubelig, laut und voll heisser Emotionen. Es fuhren dauernd bunte Wahlkampf-Wagen durch die Stadt, die in ohrenbetaeubender Lautsterke ihre Programme in die Gegend plaerrten, es gab Zuege von Wahlkaempfern, die kleine Souvenirs, wie Faecher, Schluesselanhaenger, Muetzen und Armreife verteilten und vor allem gab es riesige Wahlkundgebungen, wo die Kanditaten mit einem morz Bohei bejubelt wurden. Es war relativ knapp und schliesslich hat die KMT gewonnen. Der groesste Unterschied zwischen den beiden Parteien ist es, dass die KMT mit der VR mehr auf "gut Freund" macht, die Beziehungen staerken will und es soll z.B. ab demnaechst aus Direktfluege aufs Festland geben. <br>Die Anhaenger der DDP sind wohl vorwiegend die obere, wohlhabende und die untere, sehr taiwanesische Gesellschaftsschicht, wohingegen die breite Mitte die KMT unterstuetzt. Diese zwei Parteien sind wohl regelrecht verfeindet, so dass man oft aus Prinzip das Gegenteil von der anderen Meinung behauptet, einfach um dagegen zu sein. Unter den stolzeren Taiwanesen kann man kaum Freund mit einem Anhaenger der anderen Partei sein, wenn man sich als solcher outet. Es ist wohl eine eher unrationale und euphorische Angelegenheit und einige Leute sind diesem Klinsch auch etwas muede. <br>Zum Wahlergebnis habe ich dementsprechen auch die verschiedensten Meinungen gehoert. Dei einen sagten, der vorige DDP Praesident wuerde von allen verabscheut und er habe Taiwan herunter gewirtschaftet; jetzt koenne es wieder hinaufgehen. Andere meinten, die meisten Leute haben den alten Praesidenten wegen seiner ausgeglichenen Art gemocht und sie sehen es sehr kritisch, dass man jetzt mit der VR so herumkluengelt, weil sie befuerchten, das koennte durh das rasche Wachstum Chinas sehr nachteilhaft fuer Taiwan sein die ROC wuerde damit einen Teil seiner Identitaet und seines Stolzes hergeben. Letztlich habe ich aber das Gefuehl, niemand nimmt sich das Ergebnis sehr zu herzen, und man lebt hier so sein Leben im kleinen weiter und versucht das beste aus dem zu machen, was man hat - das kann aber nur ein falscher, oberlaechlicher Eindruck sein. In diesem Aspekt, oeffentlich die Meinung kundzutun und ernsthaft ueber Politik zu diskutieren, da muessen die Taiwanesen in ihrer jungen Demokratie aber sicherlich noch etwas lernen, das sagen sie selbst. <br> <br>Ich selbst bin vor allem darauf gespannt, wie sich die "China-Frage" in der naeheren und fernen Zukunft entwickeln wird. Ich denke zwar nicht, dass die VR sehr bald ihre Anspruecke auf Taiwan fallen laesst, aber es waere diesem Land wirklich zu wuenschen, dass es eines Tages mit Stolz seine offizielle Unabhaengigkeit erklaeren darf.<br />
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    <title>Das Taiwan ABC &#x2014; Tainan, Taiwan</title>
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    <pubDate>Mon, 05 May 2008 02:31:50 -0400</pubDate>
    <description>One year Taiwan - Ilha Formosa R.O.C.Ks</description>
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        <b>Tainan, Taiwan</b><br /><br />Taiwan hat sein ganz eigenes Profil und es gibt einige Charakeristika, die jedes einzeln, aber vorallem in ihrem Mix ganz eindeutig das Bild dieser Insel zeichnen. Also mal der Reihe nach...<br> <br><b>A</b>nshinban</b> ist die Nachmittags- bzw. Abendschule, die hier so gut wie alle Schueler besuchen. Urspreunglich von Japan uebernommen, findet das System hier grosse Verbreitung aber sehr wenig Beliebtheit - zum mindest unter der juengeren Generation lehnt es jeder ab. Die Schueler werden mit viel Frontalunterricht und Paukerei sowiso nicht geschont und dann muessen sie , ab der Grundschule, auch noch bis abends um 6, 7, 8, teilweise bis um 10 Uhr die Schulbank druecken um "Gruppennachhilfe" zu nehmen. Viele Eltern sind eben auch den ganzen Tag lang arbeiten und koennen sich nicht um die Kinder kuemmern. Ausserdem gilt Bildung hier als das wichtigste im Leben und so sind nach der Nachmittagsschule auch noch Hausaufgaben oft bis mitternachts angesagt um mit dem Lernstoff nachzukommen. Viele Kinder klemmen also den ganzen Tag hinter den Buechern und dementsprechend viele Brillentraeger gibt es auch hier...ausserdem haben wir das Gefuehl, dass die soziale Entwicklung dadurch wirklich beeintraechtigt wird. Die Jugendlichen scheinen zumindest von Interessen und Verhalten ein bis zwei Jahre hinter deutschen Kids zurueck zu sein. Und selbst wenn manche Eltern diesen Lerndrill ablehnen, muessen sie sich dem System doch beugen, damit ihr Kind nicht aus dem Raster faellt. Bisher gibt es keine Initiativen dagegen, aber man kann nur hoffen, dass es die Anshinban in dieser Form bald nicht mehr gibt.<br> <br><b>B</b>aseball</b> ist der Nationalsport Taiwans! Der Sportteil der Zeitung ist voll mit den aktuellsten News, im TV laeuft fast dauernd ein Baseball-match, selbst in den Drugstores gibt es Baseballhandschuhe...und vor allem ist da noch Jieming Wang. Ein Baseball-Superstar aus Tainan, mittlwereile in den USA, aber er wird hier verehrt wie ein Halbgott und jeder kennt ihn. <br> <br><b>C</b>hinesisch</b> (Mandarin, Hochchinesisch) ist hier Amtssprache und so gut wie jeder spricht es, wenngleich mit einer etwas anderen Aussprache als auf dem Festland. Ausserdem werden hier nachwievor die traditionellen Langzeichen benutzt, wohingegen auf dem Festland die Kurzzeichen geschrieben werden, die seinerzeit durch eine Schrift-Reform von Mao Zedong eingefuehrt wurden. <br>Nur die ganz alte Generation hier (ca. 70 Jahre alt) kann ausschliesslich Taiwanesisch und ein wenig Japanisch sprechen, was waehrend der japanischen Besatzung unterrichtet wurde. Taiwanesisch ist urspruenglich ein Sued-Chinesischer Dialekt, der sprachgeschichtlich aelter ist als Mandarin, und nur wenig Aehnlichkeit mit Hochchinesisch hat, so dass ich so gut wie gar nichts verstehe. Es ist mittlerweile eine Art "Umgangssprache", wobei die Juengeren es immer seltener benutzen. Doch es macht die echten Taiwanesen aber immer froh, ihre Landessprache zu benutzen, die wirklich sehr viel Gefuehl und Charakter hat und diese Eigenheit dem Land wirklich einen ganz besonderen Touch verleiht.  <br> <br><b>D</b>oraemon und Co.</b> Aus Japan ist die Manga und Cartoon Kultur hinuebergeweht und erfreut sich hier hoechster Beliebtheit. Vor allem "hello kitty, doraemon und der gleichen" sowie das amerikanische "sponge bob", also auf alles suesse, knuddelige und niedliche fahren die Taiwanesen voll ab. Mit lautem Kreischen tun vor allem die Maedels ihre Begeisterung kund und diese kleinen Wesen schmuecken fast alle Gegenstaende, die man sich nur vorstellen kann. <br>Daneben lesen die Kids hier sehr gerne Manga-Buecher (eine meiner Schuelerinnen fuer ihr leben gerne im Englischunterricht) und im TV laufen die Animes allabendlich als Fernsehserien.  <br> <br><b>E</b>ssen</b> fuer ihr Leben gern!!! Das Essen spielt hier eine fundamentale Rolle. Die Insulaner essen einfach furchtbaer gerne, sind sehr stolz auf die Vielfalt und den Geschmack ihrer Gerichte, laden Gaeste zu allerlei Spezialitaeten ein, wollen gleich wissen, wie einem das taiwanesische Essen mundet und verbringen einen grossteil des Tages mit Nahrungsaufnahme oder zumindest darueber zu reden. (siehe Blog weiter vorn)<br> <br><b>F</b>eiern</b> wie die Feste fallen. Das koennen die Taiwanesen sehr gut. Hier wird alles moegliche, ob traditionelle Feirtage, Geburtstage, Hochzeiten, Jubilaen, westliche Feiertage, die Ankunft von Gaesten, ... einfach alles was geht ausgiebig gefeiert. Oft sind auf der Strasse Zelte und Buehnen aufgebaut und fast jede Woche sieht man irgendwo in der Ferne ein Feurwerk funkeln, denn damit sind sie auch ganz eifrig am zuendeln. Ausserdem wird natuerlich viel und gut gegessen, auf der Buehene gibt es meist eine kleine Show und spaeter diverse Spiele wie Lotto, Bingo und alles was trubelig ist, froh und gluecklich macht. <br> <br><b>G</b>esichtsmasken</b> sind hier ein fester Bestandteil der Mode. Aus Angst vor Sonne und schlechter Luft tragen die meisten Leute beim Scooter Fahren Masken ueber Mund und Nase (so wie OP Masken). Diese Masken gibt es in allen erdenklichen Farben, Mustern, Verzierungen und Materialien und es ist das Mode-Accessoir schlechthin. <br> <br><b>H</b>ot-Pot</b> ist eine der taiwanesischen Leibspeisen. Urspruenglich aus der kuehlen Mongolei stammend findet es auch im tropischen Taiwan enormen Zuspruch. Es gibt enorm viele Hot-Pot Lokale und vor allem die "scharfe" chili Version wird bevorzugt. Zu allerlei Gelegenheiten wird um den runden Tisch mit grossem Suppentopft in der mitte in geselliger Runde gespiesen. <br> <br><b>I</b>nsel der Glueckseligen</b>. Man wird den Eindruck nicht los, dass man hier ein wenig vom Rest der Welt abgeschnitten ist. Die meisten Taiwanesen sind nicht sehr viel gereist, koennen kaum Englisch sprechen und wissen auch nicht ausgesprochen viel vom Ausland. Dafuer wissen sie aber erstaunlich gut ueber die eigene Heimat bescheid und ich denke sie sind auch ganz gerne hier und geniessen all die Bequemlichkeiten des Alltags, die sie sich so aufgebaut haben, allen voran das Essen, das Fernsehen, die Scooter, die Nachtmaerkte und und und. Das will ich weder gut noch schlecht heissen, doch fuer mich sieht es einfach so aus, als ob sie sich gerade in letzter Vergangenheit ein kleines taiwanesisches Paradies hier verwirklicht haben und immer noch dabei sind auszubessern, wo es was zu machen gibt. Dabei ist es oft echt ganz erstaunlich, was hier auf die Beine gestellt wird und ich bin gespannt, wie sich das ganze Land in Zukunft entwickeln wird. <br> <br><b>J</b>apanismus</b>, damit bezeichne ich die vielen, vielen japanischen Einfluesse, die von der Besatzungszeit uebrig geblieben sind und neu von dem "grossen Bruder" herueberwehen. Tatsaechlich wird Japan als Vorbild gesehen und ist definitiv das Reiseland Nummer 1. Die aeltere Generation spricht z.T. nur japanisch und Taiwanesisch (kein Chinesisch), es gibt daher auch ueberall japanisches TV, das Schulsystem ist japanisch, viele gesellschaftliche Strukturen sicherlich auch von damals erhalten...und auf der Oberflaeche sieht man die vielen japanischen Restaurants, die Mangas und dergleichen, die das Bild von Taiwan stark praegen. <br> <br><b>K</b>araoke</b>/K-TV ist ein weiterer Trend aus Japan und eine sehr beliebte Beschaeftigung fuer Jung und Alt. Es gibt ganze Hochhaeuser (aehnlich wie bei uns ein Kino) mit lauter Kabinen zum K-TV singen und viele Familien haben zuhause eine K-TV Anlage (mit Mikro und DVD-Spieler). Ab und zu sieht man sogar Opas in der Garage stehen und vor dem Fernseher einfach so fuer sich Liedchen ins Mikro traellern. <br> <br><b>L</b>angzeichen</b> werden hier im Gegensatz zum Festland verwendet, wo Mao zu Zeiten der Kulturrevolution die traditionelle chinesische Schrift vereinfachte. Hier werden jedoch nach wie vor die alten und oftmals wesentlich komplizierteren Zeichen verwendet. Diese Zeichen tragen aber mehr Bedeutungsgehalt (Piktogramme) und sehen fuer taiwanesische Augen schoener aus. <br> <br><b>M</b>uellauto</b> - das ist bald ein alter bekannter, denn taeglich gurkt es durch die Gassen, spielt ein lautes "Fuer Elise" nach Handy-Klingelton-Art ab und sobald die Leute das hoeren renne sie raus und werfen ihre Muellsacke ins Auto. <br> <br><b>N</b>achtmarkt</b> - das ist der abendliche Zeitvertreib, dem die nimmersatt Taiwanesen so gerne froehnen. Unzaehlige kleine Staende, die allerlei leckeres und exotisches Fingerfood anbieten, von gegrillten Meeresfruechten ueber Stink-Tofu, Hot-Dog, gebratene Enten, Sushi, usw, usw. und darueber hinaus Haendler mit Klamotten, Schmuck, Krimskrams und Jahrmarktspielen. <br> <br><b>O</b>O - das stille Oertchen</b> ist hier ein Hock-Klo. Wie in vielen asiatischen Landern (und daneben z.B. auch Frankreich) ist die Toilette mehr oder weniger ein Loch im Boden ueber das man sich hockt. Zwar gibt es auch westliche Toiletten, doch das andere wird von den Leuten hier bevorzugt. Mir tun aber nach kurzem hocken die Beine ziemlich weh und mit gemuetlich Zeitung lesen ist da nicht...<br> <br><b>P</b>C-Land</b> Taiwan. Frueher stand "made in Taiwan" eher fuer billige Spielsachen. Mittlerweile ist es aber einer der groessten Hersteller weltweit fuer Halbleitertechnik und Elektronik und namhafte Firmen wie BenQ, Realtek, VIA Technologies hier heimisch. Ausserdem werden hier vor allem auch Fahrraeder (Giant) fuer die ganze Welt produziert. <br> <br><b>Q</b>uatschen</b>, scherzen und laut lachen, <br>das ist was die Leut' hier gerne machen!<br>Die Menschen hier sind wirklich sehr herzlich und herzig und obwohl Asiaten fuer uns vielleicht einen zurueckhaltenden oder ruhigen Eindruck machen...wenn sie unter sich sind dann geht es ausgesprochen heiter zur Sache. Da wird ueber alles moegliche, ueber die klensten Dinge, ausfuehrlich und mit grosser Gestik palavert und laut gelacht, je mehr Leute dabei sind desto besser und dabei sind die Leute hier voll in ihrem Element. <br> <br><b>R</b>oller</b> sind das ultimative Fortbewegungsmittel fuer jedermann. In den vollen Staedten und auf dem Land, die Strecken sind hier selten sehr gross und Parkplatz beschrenkt, da ist so ein Roller genau das richtige. In Scharen rollen sie ueber die Kreuzung, reihen sich am Strassenrand, alt und jung (ab 18 Jahre bis unbeschraenkt) sitzt auf den Dingern, manche koennten jeden Moment auseinanderfallen, dreckig, klapprig mit fehlenden Teilen und Klebeband geflickt, andere glaenzen wie frisch vom Fliessband und mit Unterbodenbeleuchtung. Der erste Rollerfahrer hat hier wirklich einen Trend losgetereten, der das Strassenbild am staerksten beeinflusst hat. <br> <br><b>S</b>even-Eleven</b> sind diese kleinen Convenient Stores, die es hier im wahrsten Sinne des Wortes fast an jeder Ecke gibt und wo man alles fuer Zwischendurch, den kleinen Hunger und Durst bekommen kann. Alle moeglichen Getraenke in kleinen Flaschen, Chips und Suesses, kleine Brote und die Kioskware wie Zigaretten, Zeitungen, Handy-Karten, etc. <br> <br><b>T</b>ea-Stations</b> gibt es mindest genau so viele wie 7-11s und dort kann man sich sommers wie winters einen eisgekuehlten Tee holen. Vor allem der Pearl-Tea, ein Milchtee mit glibbrigen kleinen Reisbreibaellchen (haben etwa Gummibaerchen-Konsistenz) sind eine taiwanesisch Erfindung und hier der absolute Renner. <br> <br><b>U</b>reinwohner</b> sind die urspruenglichen Bewohner Taiwans, die hauptsaechlich in den Bergregionen siedelten. Noch heute gibt es 13 Staemme, doch immer mehr ziehen in die Staedte, weil sie in ihren alten Doefern vom Rest der Zivilisation sehr abgeschnitten sind und eher wenig Geld haben. Jedoch geniessen sie eine grosse Akzeptanz und es gibt etliche "Culture-Parks" wo sie zumindest im musealen Stil ihre Lebensweise und Feste ein wenig pflegen und ihr Kultur ein bisschen erhalten koennen. <br> <br><b>V</b>erkehrschaos</b> ist hier von frueh bis spaet angesagt. Es gibt wohl so etwas wie Verkehrsregeln, doch niemdand scheint sie zu kenne. Zwar wird wenigstens an der roten Ampel gehalten, aber sobald die Kreuzungsstrasse orange hat, kann man schon losfahren. Rechtsabbiegen geht immer, ueberholen kann man auf allen Seiten, und man mogelt sich eben ueberall durch und fliesst mit dem allgemeinen Strom mit. Manchmal ist das echt haarstreubend, im grossen und ganzen aber ganz in Ordnung, weil hier wenig gedraengelt, gehupt oder aggrssiv gefahren wird, sondern in der Regel jeder guckt und nach Gefuehl faehrt. <br> <br><b>W</b>erbetafeln</b> tapezieren hier so gut wie jede Hausfassade und jeder versucht den anderen zu ueberbieten. Auf der Strasse stehen kleine Angebots-Schilder und abends ist die Strasse ein einziger Tunnel aus farbiger blinkender Leuchtreklame. <br> <br><b>X</b>-Mas around the year</b>. So wie die Leute hier auf alles suesse stehen, so finden sie alles glitzernde genauso magisch und anziehend. Dementsprechend schwaermen sie auch fuer unseren Weihnachtsschmuck, der, weil so schoen, auch das ganze Jahr haengen bleibt. So ist es oft mit Dingen von Uebersee - sie sin attraktiv, man weiss aber nicht so genau, was es damit auf sich hat, und so werden sie uebernommen und zu was eigenem, ganz anderen gemacht und so findet man dann auch mitten im Somemer Christbaumkugeln in ner chinesischen Nudelkueche.. <br> <br><b>Y</b>MCA</b> - mein FSJ-Projekt ist ein wunderbarer Ort um alles moegliche ueber Taiwan zu erfahren. Hier spreche ich viel mit den Einheimischen, die mir ueber ihre Sichtweisen und ueber ihr Leben erzaehlen, ich sehe einen "Betrieb" von innen und wie hier gaerbeitet wird (obwohl es natuerlich nicht ausgesprochen typisch ist, aber auch nicht ganz untypisch @_@...), ich bin mit den vielen Kids aus unterschiedlichsten Familien zusammen und hier habe ich Chinesisch gelernt, der Schluessel zu diesem Land. <br> <br><b>Z</b>um Schluss</b> will ich noch meinen Senf zu all dem dazugeben. Das "Taiwan ABC" ist natuerlich lueckenhaft wie ein schweizer Kaese und zeigt nur einen Ausschnitt von diesem Land. Fuer mich gibt es hier sehr viele schone Seiten, viele komische und amuesante Dinge, interessante uns spannende Facetten und tatsaechlich nur wenig, was mich abstossen wuerde. Dennoch moechte ich hier nicht fuer eine laengere Zeit leben, denn es ist einfach eine sehr kleine eigene und ganz andere Welt und so nett die Leute hier sind, so kann ich mich doch nicht ganz in ihre Lebensgewohneiten und ihre Gesellschaft einleben, so dass ich mich nicht wirklich "in meiner Mitte" fuehle. Doch ich freue mich mit dieser einmaligen Erfahrung, die ich nicht missen moechte, zurueck in die Heimat zu fahren.<br />
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    <title>Taiwan - ein Schwellenland &#x2014; Tainan, Taiwan</title>
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    <pubDate>Tue, 29 Apr 2008 02:40:01 -0400</pubDate>
    <description>One year Taiwan - Ilha Formosa R.O.C.Ks</description>
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        <b>Tainan, Taiwan</b><br /><br />Taiwan ist ein sehr interessantes Land, weil es wiklich den Eindruck eines Schwellenlandes macht, wo man alle moeglichen Entwicklungsstufen sehen kann. <br> <br>Auf den ersten Blick hat es fuer mich einen relative modernen Eindruck gemacht, aber wenn man ein bisschen rumkommt und verschiedenen Orte genauer sieht, merkt man doch, dass es noch sehr <b>rueckstaendige und</b> <b>aermliche Plaetze</b> gibt. Auf dem Land gibt es gerade mal Strom, aber nicht unbedingt flieesend Wasser, die Bauern schufften ohne jegliche moderne Hilfsmittel und mit relative altertuemlich anmutendne Kleidern auf den Feldern und die Ortschaften sehen sehr dreckig und aermlich aus. <br>Auch in der Stadt sieht man Leute, die mit einem Verkauffskarren durch die Gegend eiern und an der Strasse etwas feilbieten und wohl kaum mehr als das haben, was sie mit sich herumtragen. So weit ich weiss koennen einige Leute von der aelteren Generation auch nicht sehr gut lesen und schreiben. Es ist schon sehr bedauerlich, wenn man die Omas und Opas in ausgebeulten, lumpigen Klamotten sieht, die mit krummem Ruecken doch noch versuchen ein bisschen Geld zu verdienen.<br> <br>Der ganz klar groesste Teil der Leute lebt aber gar nicht schlecht in einem <b>angemessenen Wohlstand</b>. Die Wohnungen meistens nicht besonders gross und Einfamilienhaeuser gibt es eher selten, wenn dann Reihenhaeuser. So gut wie jeder (mindestens die Familie) hat einen Scooter und es sind auch viele Autos unterwegs, aber weil ein Auto einfach nicht notwendig ist, hat nicht jede Familie eines. Die Wohnungen sind innen oft mit allem moeglichen Moebeln und Kram vollgestopft, eine Geschirrspuelmaschine hat kaum jemand, aber Waschmaschine und Computer ist absolute normal. Allgemein habe ich aber den Eindruck, dass die Wohnungen eher chaotischer und nicht so sauber sind, wei bei usn, was aber eher an der Mentalitaet der Leute liegt. <br>Auch verdienen die meisten so viel Geld, dass sie sich ein gutes Leben leisten koennen, zwar ohne grosse Spruenge zu machen und viel ins Ausland zu reisen (woran sie auch gar nicht so interessiert sind) aber doch mit allerlei Luxus und Spass. <br> <br>Richtig <b>noble Plaetze</b> findet man hier auch unschwer, wie zum Beispiel die Departmentstores mit allen weltbekannten Markenwaren. Vor allem Restaurants und Hotels legen sich maechtig ins Zeug und bieten exquisiten Luxus, genauso wie Erholungsresorts und dergleichen. Es gibt auch recht viele Autohaeuser mit den deutschen Marken wie BMW und man sieht doch einige schicke Kutschen mit schicken Leuten darin. <br> <br>Die <b>Kontraste</b> sind hier dadurch sehr scharf. Da sieht man einen Strassenimbiss mit Gasflasch und einfachster Kueche und ein paar Haueser weiter ist ein Sternerestaurant mit nobler Kueche und modernster Einrichtung. Und ein BMW mit reichem Manager ueberholt einen Opi auf rostigem Fahrrad und man weiss genau, dass diese zwei Leute noch Welten trennen - direct nebeneinander.<br>Ich habe aber das Gefuehl, dass hier kaum jemand dem anderen neidet, was dieser hat, sondern jeder versucht so das beste aus seinem eigenen Leben zu machen. <br> <br>Taiwan ist also in einem ziemlich <b>rasanten Wandel</b> ziemlich fortschrittlich geworden und das haelt fuer mein Gefuehl auch an, aber bis wirklich alle "Schmuddelecken" aufgeraeumt sind und ein Grossteil der Leute einen europaeischen Lebensstandart geniessen kann wird es doch noch sehr lange dauern, oder es wird nie dazu kommen, weil die Insel einfach nicht so viel Platz bietet und weil die Mentalitaet der Leute und damit die Ansprueche auch anders sind.<br />
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</item><item>
    <title>Taike - typisch Taiwanesisch &#x2014; Tainan, Taiwan</title>
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    <pubDate>Mon, 28 Apr 2008 02:14:36 -0400</pubDate>
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        <b>Tainan, Taiwan</b><br /><br /><b>Zwei Welten auf einer Insel</b>, so scheint es mir manchmal, wenn ich die modernen Taiwanesen und die typischen Taiwanesen nebeneinander sehe...aber <b>was ist denn typisch taiwanesisch?</b>?? <br>Betelnusskauen, am roten Mund und den braunen Zaehnen unschwer zu erkennen und Taiwanesisch sprechen sind die wichtigsten und offensichtlichsten Merkmale. Meistens sind es Leute aus der Mittel- und Unterschicht. Dementsprechend ist auch die Kleidung nicht besonders modisch, oft dreckig von der Arbeit und ausgetragen und vor allem die Schuhe ziemlich knautschig ausgelatscht. Daneben rauchen sie oft, essen in den Strassenimbissen (siehe Blog "Essen und Trinken..."), halten nicht viel von den modernen westlichen Sachen, wohl aber von schnellen Karren. Sie sind aber definitive auch ganz lustig, freundlich und gespraechig, wenngleich etwas derb. <br>Der Begriff <b>Taike</b> bezeichnet nun zum einen junge Leute, die sich wieder ihrer Identitaet als Taiwanesen bewusst werden und ganz bewusst taiwanesisch sprechen, Betelnuss kauen, die Volksreligion ausueben...aber als junge Leute auch die chiquen Klamotten tragen und gute Motorraeder fahren. Zum anderen versteht man unter Taike, die alten Leute, im Rentenalter, die fast noch altertuemliche Klamotten tragen, wie z.B. so Kung-Fu schlaeppchen und ihr ganz schlichtes Leben fuhren, die Waesche per Hand waschen, auf klapprigen Fahrraedern durch die Gegend gurken, Majhong spielen und zusammen im Park sitzen.  <br> <br>Dem gegenueber steht die "<b>moderne</b>" Bevoelkerungsgruppe, vornehmlich Akademiker, die hauptsaechlich Hochchinesisch sprechen, Betelnuss verabscheuen und immer weniger von den traditionellen rituellen Dingen wichtig nehmen, sondern sich sehr westlich orientieren. <br>Eben weil sie gebildeter sind, wissen sie dementsprechend aber auch mehr ueber die sinologische Kultur und Geschichte bescheid und sind nicht nur vom alten abgewandt. Vor allem setzen sie aber auch die, etwa 500 Jahre alte Geschicht Taiwans (eingeschlossen der viel aeltern Ureinwohner) fort, die der Insel ihr ganz besonderes Gepraege gegeben hat. <br>Mittlerweile bin sehe ich auch ganz klar, dass <b>Taiwan nicht ein Teil Chinas ist, sondern ein ganz eigenstaendiges und komplettes Land ist!</b><br> <br>Mein Gastvater nun <b>vereint diese zwei Welten</b> auf ganz interessante Art und Weise. Im Kern ist er wohl eher taiwanesisch, er kaut auch Betelnuss, redet gerne Taiwanesisch, geht in den Strassenimbissen essen und plaudert mit dem serh "taike" Boss. Nachdem er aber auch studiert hat, unter anderm in Japan, jetzt als ziemlich erfolgreicher Photograph mit vielen verschiedenen Leuten zu tun hat und mitlerweile auch Familienvater ist, findet er sich auch in den "modernen" Kreisen sehr gut zurecht. Um erfolgreich zu sein, muss er auch in beiden Welten seine Kontakte und Freunde haben und gerade das macht ihm auch so Spass. <br> <br>Letztlich glaube ich jedoch, dass es zwar noch sehr lange dauern wird, aber diese typisch taiwanesische Gruppe wird immer kleiner und kleiner werden, je weiter der Lebensstandard steigt und sich Taiwan entwickelt. Allerdings ist es darum in meine Augen nicht besonders schade, denn so interessant das auch sein mag, ausgesprochen angenehme Zeitgenossen sind die "Taike" fuer mich nicht...diese <b>Entwicklung</b> heisst jeoch keinesfalls, dass Taiwan sein Profil verliert, sondern es wird nur in einem anderen Licht erscheinen, denn so modern es auch in manchen Bereichen sein mag, die meisten Leute hier essen doch sehr gerne ihr essen, feiern ihre Feste, haben ihren lebhaften Charakter und sind einfach gerne taiwanesisch.<br />
    ]]></content:encoded>
</item><item>
    <title>(M)ein Tag in Tainan - Part III &#x22;der Abend&#x22; &#x2014; Tainan, Taiwan</title>
    <link>http://www.travelpod.com/travel-blog-entries/dawei/taiwan-fsj-2007/1209106740/tpod.html</link>
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    <category>Travel Blogs</category>
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    <pubDate>Fri, 25 Apr 2008 03:02:34 -0400</pubDate>
    <description>One year Taiwan - Ilha Formosa R.O.C.Ks</description>
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        <b>Tainan, Taiwan</b><br /><br />Das erste Mal in meinem Leben habe ich jetzt <b>Feierabend</b> und der versetzt mich auch immer in Feierlaune. Meistens komme ich zwischen viertel nach sechs und sieben aus dem Projekt, je nachdem, wie lange ich noch mit den Kollegen quatsche. <br>Nach einem ganzen Tag im trubeligen Projekten, mit so vielen hibbeligen Kids um einen herum, die ganze Zeit am quatschen...da bin ich immer ziemlich schlapp, aber in vorfreudiger Feirabendlaune. <br> <br>Am liebsten gehe ich danach ne Runde <b>Sport</b> machen, um sich mal richtig zu bewegen und den Kopf leer zu kriegen und Kraft zu tanken...und dabei habe ich auch viele Leute kennen gelernt. <br>Anfangs habe ich in der Uni in einer <b>Breakdance</b> Gruppe mitgemacht wo wir Unterricht hatten und jeden Tag nach Lust und Laune fuer uns selber trainieren konnten. Die Studis sind total nett, interressiert daran, was mich dazu treibt hier zu sein und breaken zu lernen und es hat richtig Spass gemacht - habe auch endlich Handstand gelernt, so dass ich oft in die gleiche Richtung geguckt habe, wie ihr J. Ende letzten Jahres hatten wir auch ne ziemlich grosse Performance an der Uni. Danach war hier mit diversen Feirlichkeiten viel los und danch habe ich kaum noch weiter gemacht, weil ich eben doch einen ganz andern Tagesablauf hatte, als die Studis und von daher nie wirklich so richtig in die Gruppe "eingetaucht" bin, so dass es sich ein bisschen zerlaufen hat. <br>Jetzt gehe ich eher ne Runde Joggen oder an der <b>Uni</b> ins <b>Fitnesstudio</b>, wo ich, wie ueberall in Taiwan auch sofort freundliche, nette Leute getroffen habe, die sich freuen, dass auch Auslaender dort Sport machen. <br>Ausserdem bin ich seit kurzem in einer <b>Fahrradgruppe</b> dabei mit denen ich einmal in der Woche am Abend hier durch die naehere Umgebung radle. Es gibt tatsaechlich sehr viele Biker hier und wenn man sich auskennt, gibt es fast wie bei uns, ein paar kleine Feldwege, vorbei an Feldern und durch Wiesen, wenn man einen Fluss ueberquert stinkt es immer ekelerregend und richtig gut ist die Luft auch nicht. Allerdings ist es durchgehend angenehm warm, T-Shirt und Shorts also perfekt und so ein lauer Abend ist wie geschaffen fuer Sport. <br> <br>In der ersten <b>Gastfamilie</b> musste ich immer selbst <b>zu Abend essen</b>, weil meine Gastmutter immer spaet nach Hause gekommen ist. D.h. ich habe mir auf dem Weg was geholt und bin in der Regel spaet heim gekommen. Es war schon etwas schade, dass ich dadurch kaum Zeit mit ihr verbringen konnte und habe ich meistens irgendetwas ausserhalb gemacht. Jetzt bin ich aber jeden Tag herzlich willkommen, mit der ganzen Familie zusammen Grossmutters Dinner zu essen und es ist eine richtig nette <b>Familienatmosphaere</b> in der haeuslichen Kueche. Oft quatschen wir noch ziemlich lange, gucken ein bisschen fern oder ich setze mich mit meinem Gastvater in den Garten und geniesse den abend (waehrend er eine raucht und Betelnuss kaut...). <br>Selbst wenn ich spaet nach Hause komme ist mein Gastvater i.d.R. noch in seinem Buero zu gange und ich bin immer willkommen, so dass wir meistens noch laenger vor dem PC sitzen, <b>plaudern</b>, Sachen nach gucken, Photos austauschen, etc. Wenn es dann spaet wird und Zeit fuer seinen <b>Nacht-Snack</b>, den er so liebt, gehts noch los um Nudeln mit Sesampaste zu essen. <br> <br>Hier in Taiwan steht auch ab und zu der <b>Nachtmarkt</b> auf dem Programm, eine Zeitlang habe ich mich oefters zum <b>Tandem-Sprachasutausch</b> getroffen, einmal in der Woche bin ich bei Joachims Gasteltern im Restaurant eingeladen. Auch sonst gibt es gar nicht selten besondere Anlaesse, dass ich mit diesem oder jenem in einem der zig Restaurants hier essen gehe. Besonders Freitags treffen wir FSJler uns um das bekannte Amuesemant zu geneissen, das es bei uns auch gibt, wie <b>Kino, Cafes, Bars und Disko</b>. Nachdem die Geschaefte hier so lange offen haben, gehen sehr viele taiwanesische Jugendliche abends noch schoppen, und danach auch was trinken oder Karaoke singen (was wir aber nicht sonderlich moegen). Jedoch ausschliesslich Studenten und haupsaechlich um den vielfaeltigen Eistee in netten Tee-Bars zu trinken. In Lounge Bars und Talking Pubs, die relative westlich eingerichtet sind, mit einer umfangreichen Alkohol-Karte, trifft man dagegen sehr viele Auslaender. <br> <br>So gegen zehn werden dann aber auch hier die Buergersteige hochgeklappt und es wird schlagartig leerer und das ist auch meistens fuer mich die Zeit, mich auf meinen Roller zu schwingen und zurueckzu duesen.<br />
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    <title>Religion ... &#x22;bai bai gehen&#x22; &#x2014; Tainan, Taiwan</title>
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    <category>Travel Blogs</category>
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    <pubDate>Thu, 24 Apr 2008 03:14:18 -0400</pubDate>
    <description>One year Taiwan - Ilha Formosa R.O.C.Ks</description>
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        <b>Tainan, Taiwan</b><br /><br /></b>Religion spielt hier eine relativ wichtige Rolle. <br><br>Die meisten Leute folgen der "Volksreligion", was im wesentlichen der <b>Daoismus</b> ist. Auf den ersten Blick sieht man sehr viele <b>Tempel</b> hier. Manche sind sehr klein, ein Reihenhaus in der Strasse, ander sind riesige Anlagen mit vielen Hallen und Hoefen, Treppen, Gaerten und Statuen. So gut wie jeder Tempel hat dieses typische geschwungene chinesische Dach. Vor dem Eingang steht i.d.R. ein grosses sandgefuelltes Bronzegefaess in dem Raeucherstaebchen stecken. Dieser Duft ist in jedem Tempel sehr markant, aber ich finde es ganz angenehm. Innen drin gibt es einen Hauptaltar mit einer Gottesstatue, oft goldfarben, meistens mit Haaren und Bart und mit echten (traditionellen) Kleidern. Vor der Statue stehen viele farbige Blumen und nicht selten Schalen mit Opfergegenstaenden, wie z.B. Obst und anderes Essbare (Chips, Suessigkeiten, Brot, ...). Desweiteren gibt es oft noch kleinere Nebenaltaere mit kleineren Gottesstatuen, Ritualgegenstaende zur Weissagung, kleine Laempchen, die man sich kaufen kann, um glueck zu haben. Und die Tempel sind innen wie aussen mit wunderschoenen Relieffs und Wandgemaelden geschmueckt. Alle Tempel sind sehr aehnlich, doch jeder ist auch ein irgendwo speziell und sehr schoen. Es gibt auch immer eine Verkaufstheke fuer Raeucherstaebchen, Ritualgeld und Gleucksbringer. Die Tempel werden sehr sauber gehaltne und es kommt eigentlich nie vor, dass sich dort niemand aufhalten wuerde.<br>Manche Familien haben auch ihr, zur Strasse geofnetes Wohnzimmer, in eine kleinen Altar umfunktionert, der im wesenltichen so aussiht, wie ein Tempel. <br>Die "<b>Volksreligion</b>" hat eine Vielzahl von Goettern, wobei jeder fuer etwas anderes zustaendig ist, wie z.B. allgemeines Glueck, Erfolg in der Karriere, gute Pruefungsergebnisse, Wetter, Gesundheit, Sicherheit, etc. Die meisten Leute gehen ein paar mal im Jahr<b> beten (bai bai),</b> d.h. sie suchen einen Tempel auf, zuenden Raeucherstaebchen an und dann spricht man sein Gebet. Man gruesst  den Gott, stellt sich mit Namen und Adresse vor, traegt sein Anliegen vor und bedankt sich. Demnach glauben die Leute hier auch an die Goetter und ihre Wunderkraefte. Genauso haben die meisten aber eine moderne Bildung und erklaeren sich Naturphaenomene auf wissenschaftliche Weise, doch gerade wenn es um Schicksal und Glueck geht, sind die Goetter gefragt. <br>Zu <b>religioesen Festtagen</b> (allen voran chinesisch Neujahr) werden auch die Tempel aufgesucht und zu Hause religioese Rituale vollzogen (siehe Neujahrs-Blog), wie z.B. Geld verbrennen, einen Opfertisch aufbauene, etc. um der Familie Glueck und Erfolg zu bescheren. <br>Zur mitte jeden Monats im chinesischen Kalender werden auch vor dem Haus (bei traditionelleren Familien und Geschaeften) Opfertische aufgebaut und Geld verbrannt. Zu dieser Zeit sieht man dann auch oft <b>Zuege</b> durch die Strassen ziehen, die mit Musikinstrumenten, Lautsprechern, Gongs und Boellern einen "heiden" Laerm machen und eine Saenfte mit einer Gottesstatue tragen. <br> <br>Als zweite wichtige Religion gibt es hier den <b>Buddhismus</b>. Es gibt auch einige buddhistische Tempel, jedoch nicht sehr viele. Diese sind vom aeusseren Erscheinungsbild relative aehnlich, innen drin aber viel schlilchter geschmueckt, es gibt kaum Blumen oder Opfertische, sondern viel mehr leeren Raum. Das Symbol des Buddhismus, ein "<b>umgekehrtes Hakenkreuz</b>" ist dort zu finden und es gibt auch etliche Restaurants, die dieses Symbol tragen, was darauf hinweist, dass es dort nur vegetarisches Essen gibt. <br>Ich habe den Eindruck, dass viele grosse Tempel ausserhalb der Stadt buddhistisch sind, allen voran der FoGuangShan (siehe Blogeintrag) und wenn man durch die Gegend faehrt sieht man oft auch Buddha-Statuen mitten im Wald auf einem Berg. <br>Immer wieder trifft man in der Stadt auf buddhistische <b>Nonnen und Moenche</b>, die durch kahlrasierten Kopft und langem Gewand sofort zu erkennen sind. Manchmal handelt es sich um Bettelmoenche, die eine Spendenschale haben. Manchmal sind sie aber alles andere als Bettelarm, sondern haben chique Handys und fahren Auto. <br>Ich habe auch von ein paar Leuten aus meinem Freundeskreis gehoert, die Buddhistisch sind und entsprechend kein Fleisch essen und in buddhistische Tempel gehen, um zu beten, aber ansonsten bekomme ich im taeglichen Leben wenig von aktiven Buddhisten mit.<br> <br>Der <b>Konfuzianismus</b> ist zwar mehr Staatsphilosphie als Religion, nichtsdestotrotz gibt es aber in jeder groesseren Stadt einen grossen Konfuzius Tempel, der als besondere Sehenswuerdigkeit ausgepriesen ist. Diese Tempel sind i.d.R. auch gross angelegt, aber innen drin relative schlicht, aehnlich wie buddhistische Tempel und kaum frequentiert (ausser von Touristen). Einmal im Jahr gibt es das "<b>Fest der Weisheit</b>" am Geburtstag des Konfuzius. Dann erwacht der Tempel zum Leben und es findet morgens um 5.00 ein ausgedehntes Ritual mit traditionellen Taenzen, Prozessionen, Lesungen und der Opfergabe von einem Schwein, Rind und einer Ziege statt. Wer ein Haarbueschel von dem Rind ergattern kann soll angeblich weiser werden und ich hoffe, dass ist nicht nur ein Geruecht ist, denn dafuer habe ich mich auch extreme frueh aus dem Bettchen gezwungen. Das Ritual als solches war aber auf jeden Fall sehr sehenswert und hat einen in eine andere Zeit, in das klassische China zuruckversetzt. <br> <br>Zu guter Letzt gibt es dann auch immer mehr <b>Christen</b> hier. Vor allem in meinem Projekt natuerlich, aber ich habe z.B. auch eine sehr streng katholische Pfarrersfamilie kennen gelernt und immer wieder trifft man Leute, die mich nach meiner Religion fragen und dann sagen, sie seien christlich. Es gibt tatsaechlich einige Kirchen hier, allerdings nicht von dem Kaliber wie bein uns, sondern neue und eher kleine Gebauede. An Weihnachten waren wir auch bei einer katholischen Messe. Dort waren zum groessten Teil aeltere Leute, und die Messe wurde von einem spanischen Pfarrer auf Taiwanesisch (nicht Chinesisch) gehalten. Das ist ganz typisch, dass die Pfarrer auslaendisch sind und taiwanesisch reden. Es gibt ausserdem sehr viele auslaendische Missionare hier, die immer im doppelpack mit weissem Hemd und blauer Hose durch die Gegend radeln und Leute anquatschen. Auch ich wurde schon oft fuer einen Missionar gehlaten...einfach weil ich Auslaender bin. <br>Allgemein habe ich das Gefuehl, dass wenn die Leute hier christlich sind, dass sie es dann auch leben, d.h. in die Kirche gehen, die Biebel lesen und an Gott glauben, denn noch handelt es sich dabei um eine Minderheit und man muss sich bewusst dazu entschliessen. <br> <br><b>Allgemein habe ich den Eindruck</b>, dass die Taiwanesen viel religioeser sind, als wir und dass das eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielt. Auf der anderen Seite sind sie aber auch sehr pragmatisch, d.h. eher nicht dogmatisch, sondern sie leben ihre Religion mit Spass an Festen und Ritualen und sie sie sind nicht zu letzt auch aufgrund dessen warmherzig, grosszuegig und freundlich.<br />
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